Essaouira Marokko Frauen

Essaouira: Weshalb die marrokanische Stadt ein Paradies für alleinreisende Frauen ist

Essaouira an der Westküste von Marokko hatte ich erst gar nicht auf dem Schirm. Dann wurde die Stadt für mich aber ziemlich schnell zum Symbol für das Marokko, wie es sein kann, wenn Tourismus und Tradition sich friedlich die Hand reichen. Wo ich als alleinreisende Frau in Marokko in einem (oft zu Unrecht) vorurteilsbehafteten Land so ankomme, dass ich gar nicht mehr wirklich fort möchte. Und so hat Essaouira das geschafft:

 


 

1) Essaouira als alleinreisende Frau: Die Locals

 

Wie keine andere Stadt in Marokko hat mich Essaouira vor allem wegen der Einheimischen überzeugt. Deren Freundlichkeit, Gelassenheit und Herzlichkeit übertraf all meine Erwartungen, nachdem ich gerade aus dem turbulenten Marrakesch gekommen war, wo man oft als wandelnder Geldbeutel angesehen wird.

Ich wurde oft gegrüßt, ohne einen Hauch von Aufdringlichkeit. Offenheit begegnet einem überall. Fragen nach der Herkunft sowie daraufhin ein plötzliches Umspringen zu deiner Muttersprache sind gang und gäbe.

Die Locals sind an Touristen gewöhnt, begegnen diesen jedoch schlichtweg tolerant, gastfreundlich und interessiert. Sie heißen sie willkommen, statt sie ausnehmen zu wollen oder ihrer Leid zu sein.

Ein Spagat, den Essaouira mit Bravour meistert.

 

 


 

2) Essaouira als alleinreisende Frau: Die anderen Reisenden

 

Essaouira scheint ein Nest für viele Langzeitreisende zu sein. Viele versacken dort auf dem Weg durch Marokko oder auch während ihrer Reisen durch die Welt. Manche bleiben Wochen oder sogar Monate.

Es ist kein Geheimnis, dass Essaouira dabei ein Umschlagplatz für Cannabis und andere Drogen ist (nicht nur bei Reisenden, sondern auch für die Locals).

Trotzdem führt es nicht nur Reisende auf der Suche nach Drogen in die Küstenstadt, sondern einfach viele Menschen mit einem entspannten und offenem Mindset. So trifft man viele interessante Charaktere mit interessanten Geschichten.

 


 

3) Essaouira als alleinreisende Frau: Die Medina

 

Essaouiras Medina ist klein. Die Orientierung fällt hier leicht. Essaouiras Medina zählt mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe.

In der Medina wimmelt es nur so von Shops und Handwerkern. Plant ausreichend Budget zum Shoppen ein – man möchte sich hier am liebsten für den Rest seines Lebens mit Arganölartikeln, Kleidung, Dekoration und Nippes eindecken.

Berge von Gewürzen, Oliven und Früchten entlang der Straßen können gut und gerne einem köstlichen Abendessen dienen. Auch an günstigen und authentischen Restaurants und Snackbars mangelt es nicht.

Die Häuser in der Medina sind sehr schön und freundlich gestaltet. Die meisten sind im typisch marokkanischen Blau-weiß gestrichen, hier und da gibt es auch Wandmalereien. In den Gassen möchte man sich gerne verlieren, und jeder Winkel ist sehenswert – unheimliche Ecken gibt es keine.

 

 


 

4) Essaouira als alleinreisende Frau: Die Urlaubsatmosphäre

 

Essaouira ist einfach entspannt. Die ganze Stadt hat einen langsameren Rhythmus. Nichts geschieht mit Eile.

Wenn die Sonne über dem Wasser untergeht und die Stadt in ein warmes Licht tauchen, füllen sich zwar die Straßen und Plätze, aber trotzdem strahlen die Massen Ruhe aus statt Lärm und Hektik. Es ist ein gemütliches Miteinander, das einen einfach nur anstecken kann – auch als alleinreisende Frau in Marokko.

Am Strand gibt es außerdem zahlreiche Kitesurf- und Surfkurse. Bikinis am Strand sind in Essaouira okay.

Urlaubsfeeling pur in Marokko.

 

 


 

5) Essaouira als alleinreisende Frau: Der Fortschritt und die Tradition

 

Obwohl die Frauen in Essaouira meist noch traditionell gekleidet sind und Kopftücher tragen, wird der Kleidungsstil der Touristen toleriert und akzeptiert. Wie sonst auch gehören Hotpants nicht auf die Straßen der marokkanischen Stadt, aber am Strand im Bikini schwimmen zu gehen ist kein Problem.

Die jüngeren marokkanischen Mädels verzichten teilweise sogar auf das Kopftuch und tragen enge Jeans und modische Blusen. Und sie spielen mit den einheimischen Jungs Fußball, wie als wäre es das normalste der Welt.

Überall wird einem mit Respekt begegnet. Der westliche Fortschritt ist greifbar und wird von den Einheimischen akzeptiert.

Gleichzeitig ist das Leben in Essaouira traditionell geblieben. Die Gebetszeiten, der Muezzin, der von seinem Turm ruft, die Straßen, die sich abends mit scharenweise Locals füllen, die Gespräche, die überall am Straßenrand stattfinden, das alles ist unberührt geblieben.

Übrigens: Die Einheimischen bringen dir gerne ein paar Worte Marokkanisch bei, wenn du danach fragst.

 

 


 

6) Essaouira als alleinreisende Frau: Die Festpreise und das Einkaufen

 

Gerade, wer von Marrakesch kommt, wo um jeden Cent gehandelt wird, wird in Essaouira erstmal verwirrt sein, wenn er auf einmal zu hören bekommt: „No, fixed price, fixed price!“.

Nicht überall, aber für einige Waren gibt es in Essaouira Festpreise.

Vielleicht zahlt man dann etwas mehr, als wenn man andernorts über die Preise verhandeln würde. Gleichzeitig umgeht man aber auch Diskussionen, einen plötzlichen Umschwung der Stimmung ins Negative oder jeglichen Kaufdruck.

Tatsächlich gibt es den in Essaouira nicht – Kaufdruck. Ohne weiteres darf man sich in dieser Stadt trauen, in den Shops zu stöbern, sich alles von Nahem anzusehen und am Ende doch nichts zu kaufen. Es gibt dennoch ein Lächeln zum Abschied.

Ich habe in Essaouira sogar erlebt, wie Verkäufer zu Freunden wurden. Wie sie sich freuen, wenn man einfach bei ihnen Platz nimmt, mit ihnen Pfefferminztee trinkt, und sich ober Gott und wie Welt unterhält. Ohne, etwas kaufen zu müssen.

Übrigens: Die Ladenmiete in Essaouira kostet etwa 6000 Dirham im Monat. Manche Tage gehen für die Händler ganz ohne Verkäufe aus. Eine Information, die die eventuell etwas höheren Preise in Essaouira erklären und auch rechtfertigen kann.

 

 


 

7) Essaouira als alleinreisende Frau: Du bist nicht allein.

 

Es gibt in Marokko im Vergleich zu einigen anderen Ländern recht wenig alleinreisende Frauen. In Essaouira sind sie vielleicht auch nicht in der Überzahl, aber es gibt sie. Es tut gut, sich auszutauschen und Erfahrungen über das Marokko, wie man es als alleinreisende Frau erlebt, zu teilen. Und das ist ziemlich sicher oft anders, als man es als Mann oder in einer Gruppe erfährt.

Wenn du Fragen hast oder Hilfe brauchst, kannst du in Essaouira immer jemanden fragen, ohne versteckte Geldfallen oder Unannehmlichkeiten zu befürchten.

Aber auch in anderer Hinsicht ist man in Essaouira nicht alleine. Irgendetwas begleitet einen dort, und wenn ich an die anderen Orte meiner Reise denke, würde ich dieses Etwas vielleicht Sicherheit nennen. Keine objektiv messbare, sondern eine ganz subjektive. Eine wärmende Kraft, die zur Stadt passt, weil dort einfach alles mal so sein darf, wie es ist.

Ganz entspannt und in aller Ruhe. Wo man einfach nur den Moment leben und genießen kann.

 

 


 

Zusammenfassende Informationen über Essaouira

 

Anreise:

Essaouira hat einen eigenen Flughafen*, der etwa 16 Kilometer von der Stadt entfernt ist. Ansonsten funktioniert die Anreise aus dem Inland hervorragend mit Bussen von Supratours oder CTM.

Fortbewegung vor Ort:

Am besten kommt ihr in Essaouira zu Fuß voran. Am Strand gibt es Pferde und Kamele. Für weitere Strecken lohnt sich ein Taxi, die in Marokko prinzipiell günstig sind. Von der Busstation bis zur Medina zahlt ihr etwa 10 – 20 Dirham.

Wie lange:

In Essaouira lässt es sich gut einige Tage aushalten. Ihr könnt gut an einem Tag die ganze Medina erforschen. Um mehr von der Stadt und der Umgebung zu haben und die Atmosphäre genießen zu können würde ich jedoch 3 oder mehr Tage verweilen.

Wann:

Prinzipiell ist Essaouira das ganze Jahr über zu bereisen. Im Winter kann es recht kühl sein, im Sommer wird es brühend heiß. Ideal sind deshalb der Frühling und der Herbst.

Internet & Strom:

Internet gibt es in den Unterkünften und in manchen touristischen Cafés und Restaurants. Dabei ist das Wifi nicht immer stabil. Wer möchte, kann sich eine Sim-Karte mit Datenvolumen besorgen.

Für den Strom benötigt ihr keinen Reiseadapter. Unsere normalen deutschen Stecker passen.

Was tun:

Durch die Medina schlendern, Souvenirs kaufen, am Strand entlang wandern (z.B. bis nach Diabat), surfen und einfach nur entspannen

Was essen:

In Essaouira könnt ihr für wenig Geld in den lokalen Snackbars essen. Eine Suppe mit Brot bekommt ihr für insgesamt etwa 10 Dirham und werdet danach garantiert satt sein.

Mit dazu gehören die süßen Crépes, die überall verkauft werden. Für den kleinen Hunger oder auch ein selbstorganisiertes Abendessen bieten sich die vielen frischen Oliven, das frische Gemüse vom Markt und Brot aus den Läden an. Auch an köstlichem Obst mangelt es nicht.

Wo schlafen:

Ich selbst kam im Atlantic Hostel* unter, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann. Die Dachterrasse war einmalig toll, das Personal unheimlich nett und alles war sauber und komfortabel.

Es gibt noch ein paar weitere Hostels* und auch Hotels* sowie Riads* in Essaouira.

Wie viel kostet:

  • die Nacht im Hostel: 10 €
  • 2 Stunden Surfunterricht: 25 €
  • ein einfaches Abendessen: 1-2 €
  • ein Bier in der lokalen Bar: 1,70 €
  • 1 kg Orangen: 0,60 €

Touristeninformation und Karte:

Hier geht es zur Homepage der Touristeninformation von Essaouira.

 

 


 

Abschließende Worte

 

Essaouira ist ein besonderer Ort in Marokko, gerade wenn man als alleinreisende Frau unterwegs ist. Als Kontrast zum lauten und aufregenden Marrakesch stellt sich in Essaouira richtiges Urlaubsfeeling ein. Hier kann man fast nur entspannen.

 

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Weiterführende Artikel:

♦ Elke von Meerblog berichtet mit tollen Fotos von dem Rhythmus Essaouiras
♦ Bei der Zeit habe ich einen schönen Bericht einer Frau gefunden, die hier ihre Erfüllung fand
♦ Bärbel von Frau auf Reisen schwärmt ebenfalls von der lebendigen und offenen Stadt

 

Kennst Du Essaouira? Warst Du vielleicht sogar auch als alleinreisende Frau dort? Wie waren Deine Erfahrungen vor Ort? 

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