Guide und Tipps: Backpacking in Irland

Irland ist ein wunderschönes, winziges Land in Europa. Egal wie du reist, ob alleine oder mit Kindern, ob du Luxus magst oder urige Hostels, Geschichte oder Idylle, Irland ist DAS Land für dich. Bestimmt hast du schon von Irlands grünen Weiten gehört und hast vielleicht selbst Lust, das Land einmal zu besuchen. Was du über Backpacking in Irland wissen solltest, erfährst du hier.

 


 

1) Irland im Überblick

 

 

Sprache: Irisch (Gällisch) und Englisch

Hauptstadt: Dublin

Einwohner: 4,75 Mio. (2016)

Fläche: 70.282 km² (≡Bayern)

Währung: Euro (€)

In der EU: Ja

Visum: Für Europäer nicht nötig

 


 

2) Backpacking In Irland

 

Es gibt in Irland zahlreiche Hostels mit guter bis sehr guter Qualität. Der Inlandstransport ist unkompliziert und preiswert, jeder spricht natürlich Englisch und es gibt so viel zu sehen. Die Einwohner sind hilfsbereit und freundlich und in den zahlreichen Pubs ist es einfach, Einheimische und andere Reisende kennen zu lernen.

 

Deshalb ist Backpacking in Irland wunderbar möglich.

 

Der einzige Nachteil: Irland ist nicht ganz günstig.

 


 

3) Backpacking in Irland als alleinreisende Frau

 

Irland ist ein Land mit hoher Sicherheit und Gleichberechtigung ist überhaupt kein Thema.

 

Deshalb ist Backpacking in Irland auch als alleinreisende Frau überhaupt kein Problem.

 

Die Iren sind ein warmherziges Völkchen, das gerne Kontakte knüpft. Es ist leicht, junge Leute kennen zu lernen und in den Hostels trifft man regelmäßig auf weitere Alleinreisende. Auch, wer als Frau vorsichtig ist, findet so schnell Gleichgesinnte für gemeinsame Unternehmungen.

 


 

4) Beste Reisezeit für Irland Backpacking

 

Generell lässt sich Irland als Backpacker das ganze Jahr über bereisen. Die Sommer sind eher kühl, die Winter dafür recht mild. Regentaugliche Kleidung oder ein Regenschirm sollten jedoch immer zum Reisegepäck gehören, das Wetter kann sich in Irland mehrmals am Tag verändern. 

 

Frühling (März-Mai):

Der Frühling ist die perfekte Reisezeit für Irland. Hier gibt es die trockensten Monate, der Mai ist durchschnittlich sogar der sonnenreichste Monat im Jahr. Natürlich sind die Temperaturen noch nicht so hoch und reichen nur etwa bis 15°C. Als ich Ende April/Anfang Mai 2015 in Irland war, hatte ich ein paar wechselhafte Tage mit Regen und dafür auch Tage, an denen ich ohne Jacke in der Sonne sitzen konnte.

Ganz klarer Vorteil dieser Jahreszeit ist, dass auch die großen Touristenorte noch nicht zu überlaufen sind. Die Unterkünfte müssen nicht im Voraus gebucht werden (Vorsicht: Auf mögliche Festivals und Feiertage achten), alles ist in saftiges Grün getaucht und die Schafe sieht man überall mit jungen Lämmern auf den Weiden stehen. Für Bachpacker meiner Meinung nach der ideale Reisezeitpunkt.

 

Frühling in Irland, Dublin

 

Sommer (Juni-August): 

Hier erreicht Irland seine Höchsttemperaturen. Bei Temperaturen von durchschnittlich 20°C lässt es sich in diesen Monaten angenehm reisen. Die Unterkünfte sind begehrt, der Wind mild und man ist keinen akuten Hitzewellen ausgesetzt wie z.B. in den Südeuropäischen Ländern.

 

Herbst (September-November): 

Der Herbst gilt als weitere beliebte Jahrerszeit, um Irland zu erkunden. Gegen Ende des Herbstes fallen die Temperaturen auf unter 10°C ab, aber noch entgeht man dem starken Wind und dem möglichen Schnee des Winters. Die Landschaft überzeugt mit warmen Herbstfarben und lädt zu Spaziergängen ein.

 

Winter (Dezember-Februar): 

Im Winter liegen in Irland die Temperaturen zwischen 4-6°C. Es schneit selten, regnet aber häufig (wie das ganze Jahr über). Für eine Reise, bei der man viel sehen möchte, würde ich den Winter deshalb gerade für Backpacker nicht empfehlen.

Sollte man zu dieser Jahreszeit dennoch in Irland sein (beispielsweise als Gewinner der Newgrange Wintersonnenwende Lotterie), bieten sich natürlich die zahlreichen gemütlichen irischen Pubs zum Verweilen und Aufwärmen oder eine Besichtigung der irischen Museen an.

 


 

5) Anreise nach Irland von Deutschland aus

 

Flugzeug:

Direktflüge gibt es zum Beispiel nach Dublin, Cork, Kerry County, Shannon ider Knock. Die Flüge sind häufig ziemlich günstig, da Irland mittlerweile natürlich auch von Budget-Airlines bedient wird.

⇒ Ich selbst vergleiche und buche meine Flüge mit

 

Auto und Fähre:

Mit dem Auto könnt ihr nach Frankreich oder Großbritannien fahren und von dort mit der Fähre übersetzen (Irish Ferries, Stenaline oder Brittany Ferries).

 

Zug und Fähre:

Über Paris geht es mit dem Zug nach Cherbourg oder Roscoff; oder über London nach Holyhead oder Liverpool. Von dort müsst ihr wieder jeweils mit der Fähre übersetzen.

 


 

6) Transport im Inland

 

Bus:

Sehr gute, komfortable und günstige Busse mit WLAN (klasse für Backpacker, um die Fahrzeit zur weiteren Planung zu nutzen) bieten Bus Éireann (Hier) und Dublin Bus (Hier). Weitere private Busunternehmen sind vorhanden.
⇒ junge Leute und Studenten unter 25 Jahren erhalten Rabatte, kontrolliert wird selten.
⇒ unter Umständen lohnt sich ein Tourist Travel Pass, über den ihr euch hier informieren könnt

 

Auto:

Automieten sind in Irland leider teuer und lohnen sich meiner Meinung nach nur für Familien oder Gruppen, nicht jedoch für alleinreisende Backpacker.

 

Zug:

Auch Züge in Irland sind im Vergleich zu den Bussen recht teuer. Dafür kann man hier auch sein Interrail Ticket einsetzen, was für Backpacker wiederum praktisch ist. Große und kleine Bahnhöfe gibt es in den allermeisten Städten und werden durch IrischRail (Hier) bedient.

 

 

Flugzeuge:

Inlandsflüge gibt es von allen oben genannten Flughafen sowie von den Flughäfen Donegal, Sligo und Bantry. Wirklich nicht empfehlenswert, da die Alternativen umweltfreundlicher und praktischer sind und für einen Backpacker in der Regel auch preiswerter.

 


 

7) Was hat Backpacking in Irland zu bieten?

 

Grün, ganz viel Grün. Idylle, Schafe, Abgeschiedenheit, eine kleine aber lebhafte Hauptstadt, herzliche Menschen, viele Sehenswürdigkeiten in der Natur, Kultur und Festivals und eine uralte Geschichte.

 


 

8) Für wen ist Backpacking in Irland also besonders geeignet?

 

Für Naturliebhaber, Wanderer, Kulturinteressierte, Familien, Fans von Burgruinen und jahrtausendealter Geschichte.

 

Irland Glendalough

 


 

9) Budget für Backpacking in Irland

 

Günstig:

Wer als Backpacker in Hostels übernachtet, nicht gerade im Sommer reist, sich überwiegend selbst verpflegt, für den Transport auf einfache Busse zurück greift und nicht jeden Abend ein Pint nach dem nächsten trinkt, wird in Südirland gut mit 50€/Tag Budget auskommen. Mit inbegriffen sind hierbei bereits Touren. Ohne reichen auch 40 €/Tag.

 

Mittelklasse:

Übernachtungen im B&B oder günstigen Hotel, tägliches Essen gehen und Reisen mit dem Auto oder dem Zug schlagen bereits zu Buche. Hier investiert man schnell bis zu 100€/Tag.

 

Luxus:

Irland hat viele schöne 4-Sterne Hotels zu bieten. Wer diese genießen möchte und sich gerne mit einem guten 3-Gänge-Menü versorgen lässt, sich eher ein Taxi nimmt als den Bus zu nehmen und damit auch weitere Strecken zurück legt und auch nicht auf Oper, Theater oder Golf verzichten will, der sollte auf jeden Fall weit über 100€/Tag einplanen. Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

 


 

10) Unterkünfte in Irland

 

Alles ist vertreten. B&B, Hostels, schicke Hotels, Campingplätze. Die Qualität der Unterkünfte in Irland ist in der Regel sehr gut, die Preise sind dabei je nach Ort unterschiedlich angesetzt. In den größeren Städten müsst ihr am Wochenende fast immer etwas mehr bezahlen.

 

⇒ Suche zum Beispiel hier nach Unterkünften: Booking.com*, hostelworld.com*, HRS Hotels, Camping-ireland.ie

 



Booking.com

 


 

11) Internet & Strom in Irland

 

Ich habe selten in anderen Ländern eine solch gute Internetversorgung wie in Irland erlebt. In den größeren Städten gibt es öffentliche Hotspots. Cafés und Restaurants sind fast alle mit Wifi ausgestattet. Dass ihr in allen Unterkünften mit Internet versorgt werdet, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Auch in Irlands Langstrecken- und Tourbussen genießt ihr als Backpacker kostenlosen Internetzugang.

Seit 2017 könnt ihr im EU-Ausland bei einem vorübergehenden Aufenthalt kostenlos über euer Handy im mobilen Internet surfen. Es fallen keine Roaming-Gebühren mehr an.

Für den Strom in Irland benötigt ihr einen dreipoligen Stecker*Unsere schmalen, deutschen Stecker passen da auch ohne Probleme.

 


 

12) Verständigung in Irland

 

Kurz und knapp: Mit Englisch klappt’s natürlich perfekt. Ihr müsst kein Gällisch können. Alle Straßenschilder sind ins Englische übersetzt, sprechen und verstehen tut es ohnehin jeder. Etwas gewöhnungsbedürftig kann jedoch der irische Akzent sein.

 


 

13) Reiseführer Empfehlung für Backpacking in Irland

 

Ein sehr detaillierter, wunderschön bunter Reiseführer ist der Lonely Planet Irland*, welcher speziell ausgelegt ist für Individualreisende und Backpacker. Für so ein kleines Land findet man hier auf etwa 720 Seiten Informationen über mögliche Reiserouten, Verkehrsmittel, Kultur, Städte und Regionen, Unterkünfte und Restaurants. Es gibt ihn sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

 

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14) Besonderheiten

 

Irland ist in Nord- und Südirland aufgeteilt. Heutzutage gibt es keine sichtbare Grenze mehr zwischen den beiden Teilen, es gibt jedoch markante Unterschiede. Nordirland gehört zum Vereinten Königreich (UK), hat eine eigene Währung (Pfund Sterling) und ein eigenes Parlament (die Northern Ireland Assembly). Bilinguale Straßenschilder in Gälisch und Englisch wird man hier nicht finden.

 


 

15) Meine eigene Route: 2 Wochen Irland Backpacking im Süden

 

Tag 1-3: Dublin

An Tag 2 Tour nach Newgrange. Wirklich lohnenswert und informativ.

Tag 3-5: Galway

An Tag 4 Ausflug mit dem Bus nach Clifden, wo man einerseits zum Meer, andererseits einen kleinen Berg hinauf laufen kann. Von dort hat man eine tolle Aussicht.

Tag 5-7: Doolin

An Tag 6 Ausflug zu den Cliffs of Moher, die bekanntesten Steilklippen Irlands und definitiv einen Besuch wert. Von Doolin kann man entweder dorthin laufen (etwa 8km pro Strecke), den Shuttlebus von Paddywagon nehmen oder den normalen Bus Nummer 350.

Außerdem kann man von Doolin ganz einfach eine Wanderung durch das Burren-Gebiet unternehmen, eine versteinte Gegend. Vorsicht: Ein wenig Kletterei und das Betreten von Privatgelände sind nicht immer umgehbar, wird in Irland aber generell toleriert.

Tag 7-9: Killarney

An Tag 8 zu Fuß oder mit dem Rad durch die Gap of Dunloe. Ein Weg, den man nicht so schnell wieder vergisst.

Tag 9-11: Cork

An Tag 10 Tour nach Cobh und Blarney Castle. Diese beiden Ziele werden in der Regel als Kombination angeboten. In Cobh, der letzte Anlegehafen der Titanic, bevor sie sank, gibt es ein interessantes Titanic-Museum.

Tag 11-12/13: Killkenny

Erkundet die Stadt zu Fuß und macht eine Brauereitour.

Im Frühling findet hier über mehrere Tage das „Kilkenny Roots Festival“ statt, bei dem viele traditionelle Musiker auftreten. Ebenfalls für mehrere Tage ist jährlich im Sommer das „Kilkenny Arts Festival“. Zu diesen Zeiten können die Unterkünfte früh ausgebucht sein.

Tag 12/13-14/15: Dublin

An Tag 13/14 Tour in die Wicklow Mountains und nach Glendalough mit seiner berühmten alten Klosteranlage.

 



16) Mehr Artikel zum Irland Backpacking

 

Budget:

Reisekosten Irland: So viel Budget solltest du als Backpacker einplanen

Unterkünfte:

Unterkünfte in Irland: Meine Empfehlungen

Allgemeines und Tipps:

5 Gründe, weshalb sich Touren in Irland lohnen
Packen für Irland: Diese 10 Dinge solltest du unbedingt im Gepäck haben

Orte des Landes:

3 Tage in Dublin: So machst du das Beste aus deiner Zeit
Tageswanderung durch die Gap of Dunloe in Irland
Von Galway, Clifden und einem nicht ganz geglückten Ausflug ans Meer
Die Idylle in Doolin, das Burrengebiet und meine Alternative zu den Cliffs of Moher
Cork, die Große, ein Stein, der geküsst werden will und der letzte Hafen der Titanic
Kilkenny in Irland: Smithwick’s Brauereitour und Kleinstadtcharme

 

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