Irland Clifden Galway

Von Galway, Clifden und einem nicht ganz geglückten Ausflug ans Meer

Galway, eine Stadt an der Westküste Südirlands, ist eine jener typischen kleinen irischen Städte, die einem rundum positiv in Erinnerung bleiben. Im Hostel traf ich hier abends Leute. Mit einem von ihnen trat ich am nächsten Tag auf der Suche nach Meer eine Busfahrt in das nahegelegene Städtchen Clifden an. Am Ende prägte sich die Stadt aus einem ganz anderen Grund ein.

 


 

1) Universitätsstadt Galway

 

Die Stadt Galway war so traditionell, mich mit erwartungsgemäß irischem Wetter zu begrüßen: Regen. Damit machte die Stadt auch noch die nächsten Tage weiter, zeigte sich dafür aber auf ganz andere Weise freundlich.

 

 

Galway besitzt zwei Universitäten, weswegen man hier viele junge Leute antrifft. Jedes Mal, wenn ich mich vom Hostel wieder einmal in die Stadt aufmachte, traf ich auf Straßenmusikanten. Und Musik auf den Straßen macht mir jede Stadt gleich viel sympathischer.

Zahlreiche Pubs, in denen regelmäßig auch Livemusik gespielt wird, versüßen einem die Abende. Wenn ihr schon einmal hier seid, solltet ihr euch unbedingt eine echte irische Liveband anhören. Es gibt aber auch nette Cafés bzw. Teehäuser, zum Beispiel das Cupán Tae.

Es gibt in Galway außerdem ein Theater, Festivals, Museen, Kinos und ein Shoppingcenter. Und natürlich Wasser, da Galway am Fluss Corrib liegt, der in den Atlantik fließt.

 

Galway Fluss Corrib

galway fluss corrib

 

Um ehrlich zu sein würde ich Galway nicht als die Stadt bezeichnen, die einen immer wieder in große Abenteuer katapultiert. Man kann hier nicht stundenlang über die Straßen schlendern, weil man da die meisten Straßen bereits zum fünften Mal passieren würde. Aber Galway kriegt einen dennoch mit seinem kulturellen, offenen und lockeren Charme.

In Galway kann man viel Spaß haben, während man sich gleichzeitig in einem viel langsameren, ruhigeren Zeitraster empfindet.

 

Ausflugtip:

Von Galway kann man mit der Fähre auf die Aran Islands übersetzen. Etwas, was ich bei einem weiteren Besuch in Irland definitiv auch tun würde.

 

Weiterführende Artikel:

♦ Daniela von Landlinien berichtet in diesem Artikel über ihre Zeit in Galway
♦ Ein sehr ausführlicher Artikel über Galway selbst und Ausflugsziele in der Umgebung auf irish-net.de
♦ Janine von Findinghummingbirds.de berichtet Hier über die Aran Islands

 


 

2) Die Idee: Wir wollen richtig schön das Meer sehen

 

Wie bereits erwähnt lernte ich im Hostel an meinem ersten Abend eine Gruppe anderer Reisender kennen. Eine davon war eine Irin mit eigenem Auto. Im Laufe des Abends packte uns alle die Idee, am nächsten Tag mit ihrem Auto in den nahegelegenen Connemara Nationalpark zu fahren.

Ein wenig schade finde ich es immer noch, dass daraus nichts wurde, weil unsere herzliche Irin wohl doch zu sehr über den Durst getrunken hatte und am nächsten Morgen nicht auftauchte. Gemeinsam mit einem anderen aus der Gruppe suchten wir dann nach Alternativen und stießen auf die Stadt Clifden.

In meinem Lonely Planet* stand, dass man in Clifden auf der berühmten Sky Road zum Meer spazieren könne. Wenn schon kein Nationalpark, dann wollten wir wenigstens eindrucksvolle Küsten, Klippen und Wasser sehen. Vor allem, weil an diesem Tag die Sonne so lachte und es warm zu werden versprach.

Wir stiegen also in den nächsten Bus und fuhren los.

 

Information:

Am besten nehmt ihr den die Busse von Éireann oder Citylink von Galway nach Clifden. Dieser fährt mehrmals täglich. Tickets könnt ihr bereits online (bei Éireann selbst oder bei Citylink) kaufen. So spart ihr eventuell ein wenig, werdet aber um die 8€ pro Fahrt zahlen müssen. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten.

 


 

3) Clifden, die Idylle des Nirgendwo und die Suche nach dem Meer

 

Tatsächlich hat man, wenn man in Clifden aus dem Bus steigt, den Eindruck, man sei im Nirgendwo gelandet. Irgendetwas ist hier anders, leiser, friedlicher. Einfach Idyllisch.

 

clifden in irland straße idylle

 

Clifden ist ein kleiner Ort, in dem im 19. Jahrhundert die irische High Society abstieg. Clifdens Grenzen sind leicht zu überblicken. Umso beeindruckender ist die Umgebung: die stolzen, kargen Berge in der Ferne, die grünen Hügel zu ihren Füßen, die Wasserläufe dazwischen.

Der Lonely Planet gab an, die Sky Road sei ausgeschildert und man solle vom Marktplatz in Clifden Richtung Westen laufen. Wir taten das erst, kehrten dann aber um, weil uns die Richtung unlogisch erschien. Wählten einen anderen Weg und folgten einer Straße, die uns auch nicht ans Ziel zu führen schien. Wir wanderten sicher zwei Stunden kreuz und quer, ohne auch nur eine Ahnung davon zu bekommen, wo das Meer wohl liegen könnte, das wir unbedingt erreichen wollten. Auch ein deutliches Straßenschild entging uns. Dabei entdeckten wir schöne Stellen – das Meer aber wollte nicht näher rücken.

 

 

Am nächsten kamen wir noch mit diesem Anblick, aber selbst da schien es uns unvorstellbar, dass das Meer in greifbarer Nähe liegen könnte. (Wie sich später heraus stellte, waren wir auf dem richtigen Weg und hätten der Straße nur weiter folgen müssen).

 

 

Schließlich entschieden wir uns um. Wir wollten einfach nicht mehr nur durch die Gegend irren. Wir wollten etwas sehen und ein Ziel haben.

Auf unseren Irrwegen hatten wir einen Hügel hinter Clifden gesehen, für den ein Spazierweg ausgewiesen war. Wir entschlossen uns nun, diesen zu gehen und uns von dort einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen.

 

Information:

Sky Road ist 12km lang. Laut Lonely Planet muss man von Clifdens Market Square gen Westen laufen. Im LP wird auch von einem 12km langen Rundweg gesprochen.

 

Weiterführende Artikel:

♦ Auf irish-net.de gibt es einen ausführlichen Artikel über Clifden und die Sky Road


 

4) Die Weite irischer Natur – und dann doch noch das Meer

 

Es ging also den Hügel hinauf. Wir folgten den Schildern zum John D’Arcy Monument, ein Denkmal für den Gründer Clifdens. Es geht eine Weile entlang einer schönen, asphaltierten Straße, dann jedoch linker Hand durch ein Gatter einen kleinen Trampelpfad entlang. Hier machten wir Bekanntschaft mit zwei grasenden Pferden, die sich von uns überhaupt nicht stören ließen.

 

 

Clifden John D'arcy Monument Pferde

 

Dann erreichten wir die Spitze des Hügels mit dem John D’Arcy Monument. Der Wind fegte uns ins Gesicht, die Luft roch klar, die Sonne schien uns auf die Köpfe und für eine Stunde saßen wir einfach nur da und bestaunten die Gegend.

Und siehe da: Endlich erhaschten wir in der Ferne doch noch unseren ersehnten Blick auf das Meer, das uns nun jedoch gar nicht mehr so richtig reizte. Stattdessen genossen wir einfach die Ruhe, die Einsamkeit und die Schönheit Irlands von oben betrachtet.

 

Ausblick auf Clifden vom John D'arcy Monument

 


 

Zusammenfassende Informationen zu Galway und Clifden

 

Anreise:

Mit dem Flugzeug* aus dem Ausland. Die nächstgelegene Flughafen ist in Cork. Im Inland bedienen die Busunternehmen Éireann und Citylink Galway und Clifden. Auch Züge fahren nach Galway.

Fortbewegung vor Ort:

In Galway und Clifden unbedingt zu Fuß.

Was tun:

Möglichst den Connemara Nationalpark erkunden, den Tagesausflug nach Clifden angehen, zu Fuß die Gegend und die Natur erkunden.

In Galway unbedingt Livemusik anhören und Teil der irischen Pubkultur sein.

Was essen:

Stattet einem der schmucken Teehäuser einen Nachmittagsbesuch ab.

Sowohl Galway als auch Clifden haben Restaurants verschiedener kulinarischer Richtungen zu bieten.

Wo schlafen:

Ich selbst schlief in Galway im Savoy Hostel*, ein wirklich hervorragendes, sehr gemütliches und sauberes Hostel mit super Lage in Galway. Frühstück ist inklusive und eine Küche lädt zur abendlichen Selbstversorgung ein.

Auch in Clifden gibt es ein Hostel für diejenigen, die lieber in der Natur sein möchten: Das Clifden Town Hostel*

Wie viel kostet:

  • das Hostel: ca. 25 € / Nacht
  • die Busfahrt nach Clifden: ca. 17 € (Hin&Zurück)
  • ein Bier im Pub: 4 € für 0,5l

Touristeninformation und Karte:

Hier geht es zur Seite der Touristeninformation von Galway.

Hier geht es zur Seite der Touristeninformation von Clifden.

 


 

Abschließende Worte

 

Von dem kulturell attraktiven Galway kann man ganz unkompliziert das schöne Städtchen Clifden erreichen. Dieser Ausflug eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. In Clifden lohnt sicherlich auch die Sky Road, von der viele sehr positiv berichten. Für den kleinen Zeitvertreib kann ich den Spaziergang zum John D’Arcy Monument jedoch auch sehr empfehlen.

 

Weitere Artikel zu Irland:

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♦ Kilkenny in Irland: Smithwick’s Brauereitour und Kleinstadtcharme
♦ Packen für Irland: Diese 10 Dinge solltest du unbedingt im Gepäck haben!
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♦ 5 Gründe, weshalb sich Touren in Irland lohnen
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Wer von euch war schon einmal in Galway? Hast Du dort einen Lieblingspub? Hast Du es vielleicht im Gegensatz zu uns damals geschafft, die Sky Road zu finden und bist ihr gefolgt? Was kannst Du davon berichten? Ich freue mich auf einen Kommentar von Dir.

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6 Kommentare für “Von Galway, Clifden und einem nicht ganz geglückten Ausflug ans Meer

  1. Hallo Marie,
    ich habe mir nur Irland durchgelesen aber echt klasse Du hast Dir sehr viel Mühe gemacht und alle diese Tipps und Infos helfen vielen Reisenden weiter bei der Planung Ihrer Reise nach Irland. Freue mich immer , wenn ich Netz was sehe über meine Heimat gerade Connemara ist ein Traum.
    Viele Grüße
    Andi

    1. Hallo Andi,

      vielen Dank für den netten Kommentar! Ich freue mich, dass Du die Irland-Artikel hilfreich findest. Leider kam bei meiner Irlandreise 2015 der Connemara Nationalpark gänzlich zu kurz. Hach, es gibt einfach noch so viel in Irland zu entdecken!

      Liebe Grüße,
      Marie

  2. Oh, hier werden Erinnerungen wach… auf unserer vierwöchigen Tour durch Irland 1990 (!!) kamen wir natürlich auch durch Galway und Clifden. In Galway schauten wir damals das Fussball-WM-Viertfinale Irland gegen England (das die Irene leider verloren)… Schade, dass aus eurem Besuch in Connemara nichts geworden ist – es ist wunderschön dort.

    Ich glaube es ist an der Zeit mal wieder nach Irland zu fahren!!
    LG aus Schweden
    Hartmut

    1. Ui, das ist ja wirklich schon ein paar Jährchen her. Sollte es mich ein weiteres Mal nach Irland verschlagen (was es sicherlich tut), werde ich mich sicherlich dem Connemara NP einmal ganz in Ruhe widmen. Die Iren blühen bei einem Fußballspiel bestimmt noch einmal richtig auf ;-).

      Vielen Dank für deinen Kommentar und liebe Grüße,
      Marie

  3. Oh man. Ich liebe, liebe, liebe Irland.
    Ein schöner Artikel und wunderbare Fotos.
    Mir gefällt die Straßenmusik in Galway übrigens auch total. Es ist schön, dass man sich darauf verlassen kann: Irgendeiner spielt immer.
    Auch wenn Galway nicht groß ist, versprüht es sehr viel Charme.
    Lieben Dank für die Verlinkung 🙂

    1. Vielen Dank für die lieben Worte!
      Galway hat wirklich eine sehr schöne Atmosphäre.
      Deinen Artikel habe ich übrigens auch mit Begeisterung gelesen. Die Aran Islands stehen für den nächsten Irlandbesuch nun definitiv auf meiner Liste 😉.
      Liebe Grüße,
      Marie

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