Riesen-Guide für Backpacker: Osteuropa Rundreise & Balkan Rundreise

Die meisten Backpacking-Rundreisen führen nach Südostasien oder auf den amerikanischen Kontinent. Und dabei liegt ein wunderschöner Kontinent direkt vor unserer Nase: Unser eigener. Europa. Besonders Osteuropa fällt viel zu oft unter den Hocker. Gemeinsam mit den Balkanländern in Südosteuropa eignet sich die Region jedoch mehr als hervorragend für eine spannende, vielseitige und prägende Backpacking Rundreise. In diesem Guide findest Du umfassende Informationen zu einer Balkan Reise sowie zu einer Osteuropa Rundreise im Allgemeinen.

 


 

1) Gründe für eine Osteuropa Rundreise & Balkan Rundreise

 

Es gibt einen triftigen Grund, sich auf keinen Fall auf eine Osteuropa Rundreise und Balkan Rundreise einzulassen:

 

Man will danach immer wieder dorthin!

 

Gute Gründe für eine Osteuropa Rundreise:
  • Die Länder in Osteuropa sind von Deutschland aus gut, preiswert und schnell zu erreichen
  • Osteuropa und der Balkan sind vor allem von westlichen Touristen noch nicht so überlaufen
  • Osteuropa birgt eine große landschaftliche Vielfalt
  • Vor allem der Balkan hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich, die auch heute noch spürbar und sichtbar ist
  • Die Menschen im Balkan sind unheimlich herzlich und gastfreundlich
  • Osteuropa ist im Vergleich zu Westeuropa sehr günstig zu bereisen
  • Osteuropa hat atemberaubende Berge, traumhafte Küsten und wunderschöne Städte
  • In Osteuropa und im Balkan kannst du welche der aufregendsten Partynächte erleben
  • Die Entwicklung Osteuropas und des Balkans ist noch mitten im Gange. Es ist sehr spannend zu hören, zu sehen und zu überlegen, wie sich die einzelnen Länder in den letzten Jahren entwickelt haben und in den nächsten Jahrzehnten noch entwickeln könnten
  • Das Essen schmeckt köstlich
  • Obgleich sich manche Dinge in allen osteuropäischen Ländern ähneln, ist doch jedes Land einzigartig. Eine Osteuropa Rundreise gibt deshalb keinerlei Chance, einen zu langweilen

 

 


 

2) Überblick über Osteuropa

 

Welche Länder alle genau zu Osteuropa gehören, obliegt ein wenig der Auslegung. So macht es einen Unterschied, ob man die Aufteilung aus geografischer, historischer oder politischer Sicht betrachtet.

Die meisten verstehen unter Osteuropa all die Länder, die sich östlich von Deutschland auf dem Europäischen Kontinent befinden. Dieses Verständnis kommt mitunter aus der historischen Gegebenheit, dass nach dem zweiten Weltkrieg fast alle Gebiete östlich Berlins an die Sowjetunion gingen.

Nur das ehemalige Jugoslawien blieb ein unabhängiger, wenn auch ebenfalls kommunistischer Zusammenschluss von Ländern. Daraus sind die heutigen Balkan-Länder entstanden. Rein geografisch gehören diese Länder natürlich auch zu (Süd-)Osteuropa.

 

In diesem Sinne gehören folgende Länder zu Osteuropa:

 

 


 

3) Spezifischer Überblick über die Balkan-Länder

 

Der Balkan gewinnt seinen Namen vom Gebirgszug Balkan. Auch hier fällt die Länderzugehörigkeit etwas unterschiedlich aus, je nachdem, unter welchem Aspekt man sie betrachtet.

Fasst man den Balkan aus historischer Perspektive als Bezeichnung für Länder des ehemaligen Jugoslawiens auf, würden beispielsweise die Türkei und Griechenland nicht zum Balkan gehören. Nutzt man den Balkan als geografisches Synonym für Südosteuropa, muss man jedoch weit mehr Länder einschließen.

 

Zum ehemaligen Jugoslawien zählen:

  • Slowenien
  • Kroatien
  • Bosnien&Herzegowina
  • Montenegro
  • Serbien
  • Mazedonien (der Name kann sich in den nächsten Monaten und Jahren noch ändern)

 

Darüber hinaus gehören zu Südosteuropa:

  • Kosovo
  • Griechenland
  • Zypern
  • Türkei
  • Albanien
  • Bulgarien
  • Moldau
  • Rumänien
  • Ungarn

 

Ich persönlich werde mich in diesem Artikel an einen Mix beider Definitionen halten, der sich einerseits am Balkan-Gebirge und andererseits am ehemaligen Jugoslawien orientiert. Griechenland lasse ich dabei außen vor, hierzu findest Du jedoch diverse Informationen in meinem separaten Griechenland Guide.

 

 


 

4) Geschichte Jugoslawiens und Entstehung der heutigen Balkanländer

 

Ein Grund, weshalb eine Balkan Rundreise so unheimlich spannend ist, ist die noch so greifbare und bewegte Geschichte der Region.

 

Republik Jugoslawien

 

Unter der Führung von Josip Broz Tito und seiner Partei Volksfront gründete sich 1945 die Volksrepublik Jugoslawien. Tito schaffte es, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Serbien und Mazedonien zu vereinen und für alle Länder gemeinsam eine Verfassung zu etablieren.

Dabei distanzierte Jugoslawien unter Titos Führung sich schon früh von der Sowjetunion und hielt sich an einen eher liberalen und vor allem westlich orientierten Kommunismus. Wirtschaftlich führte das zu einem Aufschwung der Republik, die auch eine starke Armee mit sich brachte. Die größten Anteile dieser Armee gehörten Serbien.  1974 wurden die beiden Regionen Kosovo sowie Vojvodina zu autonomen Provinzen Serbiens ernannt. Noch heute, viele Jahre nach der Auflösung der Republik Jugoslawien, schwelt ein Konflikt um Autonomie zwischen Serbien und dem Kosovo.

In den Jahrzehnten der zusammengefassten Republik gab es verständlicherweise eine hohe Migration unter den zugehörigen Ländern. Kroaten zogen nach Serbien, Serben ließen sich in Bosnien nieder, Bosnier bauten ihre Häuser in Kroatien. Im Zuge dieser Mischung von Nationalitäten gewann die Religionszugehörigkeit eine große Bedeutung für die Nationalität. Bosnier waren in der Regel Muslime, Kroaten Katholiken und Serben Orthodoxen.

Obgleich in der Republik Jugoslawien im Lauf der Zeit viele Menschen ihre Religion nicht mehr praktizierten oder tatsächlich gläubig waren, behielt die Religion laut Pass vor allem in Konfliktzeiten ihre Bedeutung für die nationale Zuordnung bei. Ein Bosnier, der in Serbien lebte, blieb aufgrund dessen Bosnier (Muslim). Ein Serbe, der bereits seit vielen Jahren in Bosnien beheimatet war, blieb Serbe (Orthodoxer).

 

Zerfall der Republik Jugoslawien und Kriege

 

Mit dem Tod von Tito im Jahr 1980 wendete sich das Blatt in Jugoslawien. Es entstanden immer mehr Konflikte und Unstimmigkeiten zwischen den Mitgliedsländern. 1991 wurden deshalb in jedem Land Volksabstimmungen über eine Unabhängigkeit von Jugoslawien abgehalten. In allen Ländern wurde dabei mehrheitlich für die Souveränität gestimmt. Besonders deutlich waren die Abstimmungsergebnisse in Bosnien, Slowenien, Kroatien und Mazedonien.

Serbien jedoch wollte den Zerfall der Republik Jugoslawien und somit den eigenen Machtverlust nicht akzeptieren und die von Serben besiedelten Gebiete in den anderen Ländern nicht aufgeben. Mit seiner starken Armee führte Serbien in den kommenden Jahren teils erbitterten Krieg gegen Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro und schließlich gegen den Kosovo.

Erst 1999 kamen die Kriege endgültig zum Erliegen. Die Kriegsfolgen sind in allen Ländern des Balkans noch heute zu sehen und zu spüren. Es ist eine prägende Erfahrung, bei einer Balkan Reise von Menschen umgeben zu sein, die alle noch in einer Zeit von Schüssen, Bomben und Hunger aufgewachsen sind.

 

Unabhängigkeit der Balkan-Länder

 

Alle Länder konnten ihre Unabhängigkeit gegen Serbien letzten Endes durchsetzen und sind heute weltweit als souveräne Staaten anerkannt. Kosovo bietet eine Ausnahme. Das Land kämpft nach wie vor um die internationale Anerkennung seiner Landesgrenzen. Die Lage zwischen Kosovo und Serbien ist immer noch angespannt.

Bei einer Balkan Rundreise wirst Du unweigerlich viele Geschichten über die Zeit der Kriege hören. Viele der Menschen, die Du treffen und kennenlernen wirst, haben ihre eigenen Erfahrungen mit dem Krieg gemacht. Nicht mal 25 Jahre sind die Kämpfe um Unabhängigkeit und Zugehörigkeit in den Balkan Ländern her.

Heute zieht es immer mehr Neugierige nach Ostdeutschland. Eine Balkan Rundreise lohnt sich wie nie und wird definitiv ihre Spuren hinterlassen. Nach wie vor ist es unheimlich spannend zu beobachten, wo die Entwicklung der Balkan Länder in den nächsten Jahren hingehen wird. Und wie sie ihren Platz im osteuropäischen und gesamteuropäischen Geschehen finden und festigen werden.

 


 

5) Bestehende Konflikte in Osteuropa

 

Bei einem so großen Gebiet wie Osteuropa und dem Balkan, auch aufgrund der bewegten Geschichte der Regionen, bleiben Konflikte zwischen einzelnen Ländern natürlich nicht aus. Diese spielen sich in erster Linie auf politischer Ebene ab. Gerade im Balkan habe ich erlebt, dass die Zivilbevölkerung derartige Konflikte ermüdend findet.

„Wir wollen einfach nur friedlich leben, da ist es egal, woher jemand kommt” ist ein Satz, den ich während meiner Osteuropareise häufig gehört habe.

 

Mazedonien und Griechenland

 

Zwischen Griechenland und Mazedonien gibt es bereits seit 1991 Diskussionen über den Namen “Mazedonien”. Griechenland stört dabei die zu große Ähnlichkeit zur eigenen Region Makedonien im Norden des Landes und ist besorgt um territoriale Ansprüche, die Mazedonien aufgrund dessen stellen könnte. Auch die Vorstellung, Alexander der Große sei aus Mazedonien, erkennt Griechenland nicht an. Obgleich im täglichen Leben die Auswirkungen dieses Namensstreits kaum spürbar sind, hängen wichtige politische Entscheidungen davon ab.

So verwehrt Griechenland Mazedonien bislang durch ein Veto den Beitritt zur Nato und zur EU. Griechenland fordert, dass Mazedonien seinen Landesnamen vorher ändert.

Im Juni 2018 einigten Griechenland und Mazedonien sich schließlich, dass Mazedonien sich in “Republik Nordmazedonien” umbenennen werde. Allerdings wollte Mazedonien vorher ein Referendum über die Namensänderung abhalten. Dieses fand am 30. September statt. Da die Wahlbeteiligung zu gering war, konnte das Referendum nicht als gültig anerkannt werden. Dennoch ist es bezeichnend, dass gut 94 % der kleinen Wählerschaft für eine Namensänderung stimmte.

Schließlich hat das Parlament im Oktober 2018 entschieden, dass Mazedonien in Zukunft den Namen „Nordmazedonien“ tragen solle. Griechenland stimmte der Namensänderung zu. Der Betritt Mazedoniens (Entschuldigung, Nordmazedoniens 😉 )zur NATO ist eingeleitet.

 

Kosovo und Serbien

 

In den Jahren 1998 und 1999 führte das serbische Militär bewaffnete Angriffe auf den Kosovo, in dem zu diesem Zeitpunkt überwiegend Albaner lebten. In der Republik Jugoslawien war der Kosovo ein Teil Serbiens gewesen, wenn auch als autonome Provinz angesehen. Als Jugoslawien nach und nach zerfiel, verfolgte Serbien den Schutz seiner im Kosovo lebenden Bevölkerung.

1999 schritt die NATO ein und beendete den Krieg im Kosovo. Noch heute hat der Kosovo kaum eigenes Militär und wird durch die Nato vor allem in der Absicherung seiner Grenzen unterstützt. Auch die wirtschaftliche Situation im Kosovo ist kritisch und wird zu einem großen Teil durch die Diaspora (also durch im Ausland lebende Kosovo-Albaner und Kosovo-Serben) aufrecht erhalten.

Wogegen viele Länder den Kosovo mittlerweile als unabhängigen Staat anerkennen, halten andere weiterhin dagegen. Serbien beharrt darauf, dass der Norden der Region, in dem ein Großteil der Kosovo-Serben lebt, zu Serbien gehöre und die Serben dort geschützt werden müssen. Immer wieder flammt nämlich Kritik auf, die Serben würden im Kosovo diskriminiert und ausgegrenzt.

Wie sich der Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

 

Der Ukraine-Krieg

 

Die akute Situation in der Ukraine schwelt bereits seit 2014. Die beiden Regionen Donezk und Luthansk kämpfen dabei, unterstützt von russischen Truppen, um ihre Unabhängigkeit von der Ukraine. Mehrere tausend Zivilisten kamen dabei bisher ums Leben.

Waffenstillstandsvereinbarungen scheitern bisher jedes Mal an der Umsetzung. Die humanitäre Lage in den umkämpften Gebieten ist teilweise katastrophal.

Eine friedliche Klärung des Konflikts ist derzeit leider noch nicht greifbar, auch wenn es immer wieder zu Gesprächen und Verhandlungen kommt.

 


 

6) Sicherheit in Osteuropa und im Balkan

 

Obgleich ich gerade über Konflikte in Osteuropa geschrieben habe, möchte ich Dir unbedingt die Angst nehmen:

 

 Eine Backpacking Reise durch Osteuropa und den Balkan ist sicher und unbedenklich! 

 

Lediglich die Ukraine würde ich persönlich derzeit meiden, obgleich sicher auch dort die westlichen Gebiete sicher zu bereisen sind. Die Situation ist jedoch stets etwas ungewiss.

Alle anderen Länder sind nicht nur wunderwunderschön, aufregend, gastfreundlich und vielseitig, sondern auch sicher.

Wie in allen anderen europäischen Ländern, kann es in ärmeren Gegenden oder im Menschengedränge zu Taschendiebstählen kommen. Auch solltest Du beim Geldabheben am Geldautomaten deine Umgebung immer gut beobachten. Hier habe ich leider von vereinzelten Fällen gehört, wo Kinder einen am Geldautomat um Geld baten. Kam man dieser Bitte nicht nach, tauchten die stämmigen Väter im Hintergrund auf und bedrängten einen.

Wie gesagt: Vereinzelte Fälle. Ich war zwei Monate in Osteuropa und dem Balkan unterwegs und hatte nicht einmal Angst oder Grund dazu! Selbst, wenn man aufmerksam auf Trickbetrügereien achten sollte, empfand ich eine körperliche Gefährdung jederzeit als völlig ausgeschlossen.

In Pristina im Kosovo beispielsweise erzählte mir meine Gastgeberin, dass viele Reisende erstaunt seien, wieso die Einheimischen ihre Handys und Taschen einfach so auf den Stühlen liegen ließen. Sie lachte beim Erzählen darüber. Der Kosovo sei klein, und Pristina erst Recht. Würde dort jemand etwas klauen, würde es sofort jeder wissen und der Dieb wäre schnell gefunden. So dumm sei keiner.

In diesem Sinne möchte ich von ganzem Herzen dazu aufrufen, Dich keinen Vorurteilen, Ängsten oder Klischees zu ergeben. Es brauchte nur sehr wenige Tage, bis Osteuropa und vor allem der Balkan mich völlig begeistert haben. Und das zu jeder Uhrzeit und überall. Ganz ohne Sicherheitsbedenken.

 


 

7) Backpacking in Osteuropa und im Balkan

 

Backpacking in Osteuropa ist nicht nur super unkompliziert. Die Auswahl an Hostels ist groß und die Hostels sind extrem gesellig und gemütlich. Die Vernetzung mit öffentlichen Verkehrsmitteln klappt einwandfrei. Die Einheimischen sind herzlich und vor allem im Balkan unheimlich warmherzig und gastfreundlich.

Landschaftlich hat Osteuropa sehr, sehr viel zu bieten. Aber auch kulturell sind die Eindrücke und Erlebnisse vielseitig. Wer glaubt, die Länder in Osteuropa seien Deutschland zu ähnlich und deshalb vielleicht keine Reise wert, irrt gewaltig.

 

 Osteuropa Backpacking mit Schwerpunkt Balkan ist nicht nur gut möglich, sondern wird auch schnell zu einer unvergesslichen Erfahrung. 

 

Hinzu kommt, dass Osteuropa Reisen gerade für Backpacker preiswert sind. Die Länder sind touristisch außerdem noch lang nicht so überlaufen, wie viele West- und Südeuropäische Länder. Du wirst also in eine sehr authentische und spannende Atmosphäre eintauchen.

 

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8) Backpacking in Osteuropa und im Balkan als alleinreisende Frau

 

Vorhin habe ich ja schon geschrieben, dass eine Osteuropa Reise generell sicher ist. Aber ist sie das für eine alleinreisende Frau ebenso, wie für alleinreisende Männer oder Männer generell?

Schnell tauchen hier vor allem Vorurteile gegen Albaner oder Bulgaren auf. Tatsächlich erlebe ich selbst zu Hause diese manchmal als aufdringlich und unangenehm.

Ganz anders jedoch war meine Erfahrung während meiner Osteuropa-Reise. Obgleich viele junge Männer im Balkan gerne “den Starken markieren”, breitschultrig und breitbeinig über die Straßen marschieren und einem gerne grinsende Blicke zuwerfen, stecken dahinter in der Regel sehr höfliche und vorsichtige Personen.

Schnell deutlich wurde dies zum Beispiel in Berat in Albanien, wo auf einer großen Leinwand ein Fußball-WM-Spiel ausgestrahlt wurde. Es waren lange Reihen von Bierbänken aufgebaut, wo ich mit ein paar anderen saß. Leider passierte es immer wieder, dass albanische Männer direkt vor der Leinwand stehen blieben und uns so den Blick verstellten. Oft waren es Frauen, die aufstanden, um die Männer zur Seite zu bitten. Keiner hat gemuckt. Sie entschuldigten sich stattdessen, traten viele Meter zur Seite, blickten sich dabei um, ob sie jetzt auch niemandem mehr im Weg stünden.

Allerdings übernehmen gerade in Albanien die Frauen andere Rollen, als die Männer. Alkohol trinken Frauen dort kaum. Die Kindeserziehung liegt in ihren Händen. Cafés und Bars sind männerdominiert. Und man muss als Frau mit interessierten Blicken rechnen. Zwar ändert sich das langsam mit den jungen Generationen, diese Strukturen sind aber immer noch sehr deutlich spür- und sichtbar. Und trotzdem:

 

 In Osteuropa als alleinreisende Frau zu reisen, ist wesentlich angenehmer, als ich selbst vorher gedacht habe. 

 

Lediglich in Montenegro fühlte ich mich an der Küste manchmal nicht ganz so wohl. Dort erlebte ich auch, wie mir ein älterer Herr bei einer Wanderung entlang der Küste die ganze Zeit hinterher lief. Stehen blieb, wenn ich stehen blieb. Sich setzte, wenn ich mich setzte. Und mich dabei immer wieder lange ansah. Er verfolgte mich. Tatsächlich war dies überhaupt die einzige für mich wirklich sehr unangenehme Situation, die ich bisher beim Reisen als alleinreisende Frau erlebt habe.

Abgesehen davon empfand ich, wie gesagt, die Männer in Osteuropa und im Balkan als rücksichtsvoll, höflich und sehr hilfsbereit. Als Frau wurde ich überall respektiert und respektvoll behandelt.

 


 

9) Welche Länder sind in der EU?

 

Die meisten Osteuropa- und Balkan-Länder streben eine Mitgliedschaft in der EU an.

 

Bereits zur EU gehören:
  • Slowenien
  • Slowakei
  • Bulgarien
  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Polen
  • Rumänien
  • Tschechische Republik
  • Ungarn
  • Kroatien

 

Andere Länder befinden sich noch in den Verhandlungen zur EU-Mitgliedschaft oder warten darauf:

 

  • Albanien
  • Montenegro
  • Serbien
  • Republik Mazedonien
  • Bosnien & Herzegowina
  • Kosovo

 


 

10) Visa & Aufenthaltsdauer für Osteuropa und den Balkan

 

Für Reisende aus Deutschland sind eine Osteuropa Rundreise und Balkan Reise zum Glück äußerst unkompliziert. Für die allermeisten Länder benötigst Du kein Visum. Nichtmal einen Reisepass musst Du haben, der normale Personalausweis reicht.

Eine Ausnahme bildet Russland, wofür du ein Visum beantragen musst. Und Oli von Weltreiseforum hat freundlicherweise darauf hingewiesen, dass Du für die Einreise in die Ukraine sehr wohl einen Reisepass dabei haben solltest.

In den einzelnen Ländern kannst Du Dich ohne Visum oft unbegrenzt (z.B. Mitgliedsländer der EU), mindestens aber 90 Tage lang aufhalten.

 


 

11) Beste Reisezeit für eine Osteuropa Rundreise und Balkan Rundreise

 

Das Wetter in Osteuropa ist in den meisten Gebieten mit dem Wetter in Deutschland vergleichbar. Im Sommer kann es sehr warm werden, im Winter dagegen sind Minusgrade keine Seltenheit. Je weiter Du in den Süden und an die Küste kommst, ist das Klima jedoch gemäßigter. Dort wird es selbst im Winter nicht wirklich kalt, im Sommer brutzelt man dagegen in der Sonne.

Insgesamt lässt sich sagen, dass sich für Osteuropa Reisen die Monate Mai, Juni, Juli sowie September und Oktober perfekt eignen. Bei einer Balkan Rundreise sind vor allem Ende Juni, Juli und September toll, weil dann die Temperaturen an der Küste warm genug sind, um schwimmen zu gehen und am Strand zu liegen. Trotzdem umgehst Du die allergrößten Touristenanstürme.

Im Winter bietet sich eine Osteuropa Rundreise eigentlich nur dann an, wenn du dich auf Städte fokussierst (wie zum Beispiel bei einem Prag Kurztrip, einer Budapest Reise oder einem Ausflug nach Bratislava). Denn dann kann es in Osteuropa so kalt werden, dass es schneit. Möchtest Du deine Zeit in den Bergen nicht mit Skifahren verbringen, ist es leider keine große Freude, Osteuropas Landschaft im Winter zu erkunden.

 

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12) Ideale Reisedauer für eine Rundreise durch Osteuropa und den Balkan

 

Selbst, wenn Du lediglich alle Hauptstädte Osteuropas kennen lernen möchtest, solltest Du dir  einen Monat Zeit für eine Osteuropa Rundreise nehmen. Dabei musst Du dich allerdings nicht nur sputen, sondern Dir entgehen auch diverse Kleinode wie eindrucksvolle Berglandschaften, kristallklare Seen, bezaubernde Kleinstädte und nicht ganz so überlaufene Traumstrände.

Selbst bei zwei Monaten wirst Du bei einer Osteuropa Rundreise Abstriche machen müssen.

Eine reine Balkan Rundreise dagegen ist in einem Monat machbar, insofern Du dich auf einen Ort pro Land konzentrierst. Denn zum Balkan gehören auch viele kleine Länder, wie Mazedonien und Montenegro, die gut vernetzt und schnell erkundet sind.

Meine Empfehlung für die ideale Reisedauer in Osteuropa beläuft sich dennoch auf zwei Monate und mehr. Je mehr Zeit du darüber hinaus hast, desto mehr Länder kannst Du sehen und desto besser lernst Du die einzelnen Länder kennen.

 


 

13) Anreise nach Osteuropa

 

Natürlich ist Osteuropa weit gefasst. Je weiter östlich das Land ist, desto länger dauert die Anreise von Deutschland aus. Gerade bei einer Osteuropa Rundreise kannst Du aber in nahe gelegenen Ländern starten und dich weiter in den Süden und Osten vorarbeiten.

 

Direktbusse von Deutschland aus:

 

Von Deutschland aus gibt es diverse direkte Busverbindungen in das osteuropäische Ausland. Dabei musst Du natürlich viele Stunden Fahrzeit in Kauf nehmen. So fährt ein Bus von Frankfurt nach Tschechien etwa 8 Stunden, nach Serbien sind es bereits 20 Stunden.

 

Direktflüge von Deutschland aus:

 

Vor allem Budget-Airlines wie Ryanair oder Eurowings bieten regelmäßig geradezu unverschämt günstige Direktflüge nach Osteuropa an. In die Balkanländer entlang der Küste zu fliegen kann vor allem während der Sommermonate dagegen teurer ausfallen.

Ich vergleiche meine Flüge stets mit .

 

Direkte Zugverbindungen von Deutschland aus:

 

Selbst mit der Bahn kannst Du unkompliziert und preiswert in viele osteuropäische Städte fahren. Dafür musst du lediglich genug Zeit einplanen. Die Tickets starten bei 39,90 € und bringen dich zum Beispiel nach Prag, Bratislava oder Budapest. Oft fahren die Züge über Nacht. Für welche Destinationen die Angebote gelten, kannst du bei der Bahn nachschauen.

 


 

14) Transport in Osteuropa und im Balkan

 

Busse in Osteuropa:

 

Der Transport im Balkan und in Osteuropa ist mit Bussen nicht nur unkompliziert, sondern auch preiswert zu bewältigen. Ganz gleich, ob du von Land zu Land oder innerhalb der einzelnen Länder eine lange Strecke zurück legen musst.

Für Osteuropa bietet zum Beispiel Flixbus ein tolles Angebot: Mit Interflix kannst du für 99 € innerhalb von drei Monaten bis zu 5 Strecken fahren. Ohne dieses Angebot kostet zum Beispiel die Strecke Budapest – Novi Sad bereits um die 25 €.

Für die Balkanländer bietet Flixbus jedoch nicht immer Verbindungen an. Zum Glück gibt es da ausreichend lokale Busunternehmen, die nahezu jede Strecke abdecken. Ein Bus von Sarajevo nach Mostar kostet Dich so etwa 10 €. Um von Tirana nach Berat in Albanien zu kommen, musst Du nicht mehr als 4 € investieren. Bei Balkanviator findest Du in der Regel Informationen zu den Busverbindungen.

Für das Gepäck musst Du teilweise separat am Bus zahlen. Ansonsten hängt es vom Land und dem Busunternehmen ab, ob Du dein Ticket im Bus oder an einem Ticketschalter kaufen musst.

 

Züge in Osteuropa:

 

Züge sind eine gute Alternative für Reisen innerhalb Osteuropas. In der Slowakei beispielsweise bieten sie eine optimale Verbindung zwischen Bratislava und Kosice. Sie lohnen sich im Vergleich zu den sehr preiswerten Busverbindungen im Balkan allerdings nur begrenzt.

Interrail ist eine gute Möglichkeit, um verschiedene Orte in Osteuropa und im Balkan mit dem Zug zu besuchen. Allerdings solltest Du gut abwägen, ob sich der Interrail-Pass preislich lohnt.

 

Hitchhiking:

 

Vor allem im Balkan kann Hitchiking spannend und einfach sein. Natürlich kostet das auf längeren Strecken Zeit, Geduld, etwas Mut und Flexibilität. Letztlich aber gibt es in ganz Osteuropa sehr viele entlegene Gegenden, in denen Hitchiking auch für Einheimische keine Seltenheit ist. Vor allem in Albanien habe ich Trampen als sehr einfach und angenehm empfunden, erst Recht, wenn es um kürzere Strecken ging.

 

Mit einem eigenen Auto durch Osteuropa:

 

Ein eigenes Auto kann das Reisen durch Osteuropa maximal flexibel machen. Es ist vermutlich keine Schwierigkeit, in jeder Unterkunft andere Reisende zu treffen, die einen auf den einzelnen Strecken begleiten. Aus umwelttechnischen Gründen würde ich ein eigenes Auto einem Alleinreisenden jedoch nicht empfehlen. Noch dazu verpasst man interessante Begegnungen, wenn man nicht den öffentlichen Nahverkehr nutzt.

 

Fahrrad:

 

Während meiner Reise durch Osteuropa habe ich viele Fahrradfahrer getroffen. Das Radnetz in Osteuropa ist gut ausgebaut und bietet landschaftlich eine große Vielfalt. Zum Beispiel der Donauradweg verbindet diverse osteuropäische Länder. Besonders in den Balkanländern musst Du dich als Radfahrer jedoch auf große Höhenunterschiede einstellen.

 

Flüge:

 

Innerhalb der einzelnen Länder zu fliegen, macht aufgrund der geringen Entfernungen kaum Sinn. Möchtest Du dagegen eine Route einschlagen, bei der Du ein oder mehrere Länder ganz überspringen willst, kann ein Flug durchaus Sinn machen.

 

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15) Grenzübergänge in Osteuropa und im Balkan

 

Vor allem aus Westeuropa sind wir Deutschen es gewohnt, dass wir Grenzen überqueren können, ohne es überhaupt bewusst wahrzunehmen. Dabei übersehen wir oft, dass die freien Grenzübergänge ein Ergebnis der EU sind und nicht selbstverständlich.

Vor allem bei einer Balkan Rundreise wird dies schnell deutlich. Denn dort sind einige Länder noch nicht Mitglied der EU. Du musst dich bei der Reise in ein benachbartes Land auf Grenzkontrollen und Wartezeiten einstellen. An der Grenze von Ungarn nach Serbien wartete unser Bus beispielsweise ganze zwei Stunden, bevor wir für die Ausreise bereit waren.

Dabei sind die Kontrollen unterschiedlich streng.

Sehr genau geprüft wird beispielsweise bei dem Transit von Albanien in die umliegenden Länder. Dort musst Du dich zwangsläufig auf eine längere Prozedur einstellen, bei der das gesamte Gefährt durchleuchtet und Koffer sowie Rucksäcke kontrolliert werden. Ursache ist der leider florierende Drogenhandel in Albanien.

Je nach Tageszeit und Land geht die Grenzüberquerung anderswo wiederum recht flott von Statten.

 

Folgendes ist bei allen Grenzübergängen gleich:
  • Grenzkontrollen gibt es immer dann, wenn nicht beide Länder Mitglied der EU sind
  • Es gibt eine Passkontrolle bei der Ausreise aus dem bisherigen Land und eine bei der Einreise in das Nächste
  • In der Regel werden eure Pässe an der Grenze eingesammelt und ihr könnt im Auto oder Bus sitzen bleiben. Danach bekommt ihr sie zurück
  • Als Deutscher benötigst Du weder in Osteuropa noch im Balkan für die Grenzübergänge einen Reisepass. Dein Personalausweis reicht

 

Beachte, dass die Zeiten für die Grenzkontrollen nur schwer kalkulierbar sind. Deshalb solltest Du Anschlussbusse, -züge oder Mitfahrgelegenheiten mit einem großzügigen Puffer planen. Mal dauert der Transit vielleicht nur 15 Minuten, ein anderes Mal kann es an der gleichen Grenze aber auch zwei Stunden dauern.

 


 

16) Währungen und Geld in Osteuropa

 

Dass es bei so vielen verschiedenen Ländern in Osteuropa mehr als nur eine Währung gibt, ist nicht erstaunlich. Etwas überraschend bei einer Osteuropa Rundreise kann sein, dass selbst einige Länder, welche in der EU sind, nicht den Euro verwenden. Das Gleiche gilt für vereinzelte Länder während einer Balkan Rundreise.

 

Währungen in Osteuropa

 

In der folgenden Liste findest Du die Länder mit einer anderen Währung als dem Euro (Stand Oktober 2018):

 

Währungen in Osteuropa:
  1. Kroatien: Kroatische Kuna (1 HRK = 0,13 €)
  2. Bulgarien: Lew (1 BGN = 0,51 €)
  3. Rumänien: Rumänischer Leu (1 RON = 0,21 €)
  4. Serbien: Serbischer Dinar (1 RSD = 0,009 €)
  5. Polen: Zloty (1 PLN = 0,23 €)
  6. Ungarn: Ungarischer Forint (1 HUF = 0,003 €)
  7. Tschechische Republik: Tschechische Kronen (1 CZK = 0,04 €)
  8. Bosnien und Herzegowina: Konvertible Mark (1 KM = 0,55 €)
  9. Mazedonien: Mazedonischer Denar (1 MKD = 0,016 €)
  10. Albanien: Albanischer Lek (1 ALL = 0,008 €)
  11. Russland: Russicher Rubel (1 RUB = 0,01 €)
  12. Weißrussland: Belarus Rubel ( 1 BYN = 0,42 €)
  13. Ukraine: Griwna (1 UAH = 0,03 €)

 

Geld abheben und Bezahlen in Osteuropa

 

Bei Osteuropa Reisen ist das Geldabheben überhaupt kein Problem. Es gibt überall Banken und Geldautomaten, sogar in kleineren Städten, an denen Du Bargeld abheben kannst. Auch bei einer Balkan Rundreise kannst Du leicht an Bargeld kommen. Damit bist du oft besser beraten, als mit einer Kartenzahlung, denn die ist nicht immer und überall möglich.

Um in Osteuropa Geld abzuheben, kann ich dir die DKB Kreditkarte* oder die Santander 1Plus Visa* empfehlen (mehr zu den Karten findest Du in meinem Kreditkartenvergleich für Backpacker).

Die Vorteile: Geld abheben ist damit weltweit kostenlos und für beide Karten werden keine Gebühren erhoben. Auch das Bezahlen ist mit beiden Kreditkarten kostenlos möglich.




 


 

17) Budget für Osteuropa-Reisen und eine Balkan-Reise

 

Insgesamt sind eine Rundreise in Osteuropa sowie eine Balkan Rundreise hervorragend mit geringem Budget möglich. Gerade Backpacker profitieren von preiswerten Unterkünften (Hostels), soliden Mahlzeiten für wenig Geld und günstigem Transport in und zwischen den Ländern.

Dabei sind die preislichen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern meist nicht groß. Bei einer Osteuropa Rundreise durch mehrere Länder und über mehrere Wochen, wirst Du mit 30 € Tagesbudget gut auskommen.

Im Folgenden findest Du ein paar Budgetangaben zu einzelnen Ländern:

 

Budget pro Land in Osteuropa
  • Slowakei: 32 € / Tag
  • Tschechien: 25 € / Tag
  • Serbien: 26 € / Tag
  • Bosnien & Herzegowina: 35 € / Tag
  • Montenegro: 27 € / Tag
  • Kosovo: 20 € / Tag
  • Kroatien: 40 € / Tag

 

So bleibt deine Osteuropa Rundreise möglichst preiswert

 

  • Unterkünfte: Hostels sind in den meisten Ländern in Osteuropa sehr erschwinglich
  • Transport: Am preiswertesten kommst Du mit öffentlichen Bussen oder Zügen an dein Ziel
  • Verpflegung: Das Essen in Osteuropa ist generell preiswert. Typisch für alle osteuropäischen Länder, vor allem aber für die Balkan Länder, sind große Teller mit gegrilltem Fleisch, die nur wenige Euro kosten und Dich nachhaltig satt machen. Dazu wird stets Brot serviert.
    • Für Vegetarier gibt es gefüllte Paprika, gegrilltes Gemüse, Reis, Kartoffeln und oftmals auch Tofu
    • Ein schnelles, preiswertes und leckeres Gericht in Osteuropa ist der Gulasch
    • Ansonsten gibt es im Balkan häufig gutes und frisches Fastfood (Hamburger, Pizzastücke oder Gyros)
  • Sightseeing: Selbst Touren machen auf einer Osteuropa und Balkan Rundreise nur einen kleinen Teil deiner Ausgaben aus. Die meisten Dinge kannst Du selbstständig erreichen und besichtigen, ohne eine Tour buchen zu müssen
  • Reisezeit: Bereise vor allem Kroatien, Kotor und beliebte Küstenstädte im Balkan außerhalb der Sommermonate (Ende Juli- Anfang September)
  • Sonstiges: Eine Ladung Wäsche kannst Du in der Regel im Hostel waschen und zahlst etwa 5 € dafür

 


 

18) Unterkünfte für Backpacker in Osteuropa und im Balkan

 

Hostels:

 

Habe ich schon gesagt, dass Osteuropa ein Paradies für Backpacker ist? Vielleicht nicht oft genug, denn auch bei den Unterkünften öffnen sich Backpackern in Osteuropa ganz neue Welten.

Wirklich alle Hostels, in denen ich in Osteuropa geschlafen habe, waren gut. Vor allem in Südosteuropa, also im Balkan, habe ich viele Nächte in überragenden Hostels übernachtet. Überall gab es unheimlich gemütliche Aufenthaltsbereiche, oftmals mit großer Liebe zum Detail eingerichtet. Viele Hostels bieten in Osteuropa außerdem Außenbereiche, wo man Sonne und Sommer genießen kann. Das Hostelpersonal in Osteuropa ist erfahrungsgemäß sehr freundlich und hilfsbereit, die Räumlichkeiten sind sauber und die Betten sind bequem.

Bei einer Balkan Rundreise wirst Du außerdem in nahezu jedem Hostel in den Genuss von Frühstück kommen. Und das alles für kleines Geld.

In so fern bilden Unterkünfte bei Osteuropa Reisen für Backpacker nur einen kleinen Teil der Kosten. Gleichzeitig bieten sie wirklich oftmals ein echtes Zuhause fern von zu Hause.

 

Für eine Balkan Rundreise gibt es noch einen besonderen Vorteil:
Die beiden Hostelnetzwerke The Balkan Backpacker sowie Balkan Best Hostels bieten Rabatte und Sonderleistungen, wenn Du regelmäßig in ihren Hostels schläfst. Dadurch lassen sich in der Regel 10% der Kosten sparen. Nach ein paar Aufenthalten gibt es dann mal den Wäscheservice umsonst oder eine Nacht für lau.

 

Andere Hostels für Osteuropa Reisen und eine Balkan Rundreise buchst Du am besten via Hostelworld* oder Booking*.

 

Hotels:

 

Oftmals kannst Du als Backpacker in Osteuropa, wenn Dir einmal nach Privatsphäre und Ruhe ist, auch in Hotels preiswert unterkommen.

Dabei ist der Service allerdings nicht immer, wie wir ihn erwarten würden. Sehr gut bewertete Hotels haben meiner Erfahrung nach oft ihren Preis. Solche, die für Backpacker gut finanzierbar sind, sind eher durchschnittlich.

 

Hotels würde ich über Booking* suchen, vergleichen und buchen.

 

AirBnB:

 

AirBnB bietet Dir in Osteuropa oft eine tolle Möglichkeit, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Auch hierbei kannst Du manchmal gute Angebote ergattern und gewinnst doch einen höheren Grad an Privatsphäre, als in einem Hostel.

Wenn Du zum ersten Mal über AirBnB buchst, kannst Du von diesem 25 € – Gutschein Gebrauch machen.

 


 

19) Strom & Internet in Osteuropa und im Balkan

 

Insgesamt lässt sich für den gesamten osteuropäischen Kontinent sagen, dass die Internetversorgung weiträumig und stabil vorhanden ist.

Lediglich im Tara Gebirge in Serbien war meine Unterkunft ohne Internet. Das gab es dafür kostenfrei im nahegelegenen Hotel. Auch in Albanien verschwand die Internetverbindung zwischendurch mal, kam dann jedoch jedes Mal nach einer Weile wieder.

In Bratislava in der Slowakei gab es sogar Wlan im öffentlichen Nahverkehr. Ansonsten bieten die osteuropäischen Hauptstädte in der Regel WLan-Hotspots an.

Für den Strom benötigst Du bei deiner Osteuropa Rundreise keinen Adapter. Überall funktionieren unsere Stromstecker. Auch hier wieder ist Bratislava sicherlich ein Vorreiter: In den Bussen dort gab es sogar USB-Buchsen, um während der Fahrt das Handy zu laden.

 


 

20) Verständigung bei Osteuropa Reisen und einer Balkan Rundreise

 

Mit Englisch kommst Du auf Osteuropa Reisen insgesamt gut zurecht. Vor allem an touristischen Berührungspunkten wie in Unterkünften oder Restaurants wirst Du mit Englisch keine Probleme haben.

Trotzdem solltest Du nicht voraussetzen, dass jeder in Osteuropa oder gar im Balkan Englisch kann.  Im Kosovo sowie in Albanien kann es dagegen gut sein, dass Du auf viele Deutschsprachige triffst. Diese Länder leben zu einem großen Anteil von der Diaspora aus Deutschland. Viele Kosovaren und Albaner leben in Deutschland oder haben zumindest eine Zeit ihres Lebens dort verbracht, um ihre Angehörigen im Heimatland zu unterstützen.

Die allermeisten osteuropäischen Sprachen sind übrigens slawischen Ursprungs und ähneln sich daher im Grundwortschatz. Albanisch, Rumänisch und Griechisch sind dagegen romanische Sprachen. Ungarisch fällt dagegen komplett aus der Reihe.

 

Osteuropa Rundreise Balkan Rundreise

 


 

21) Essen und Trinken

 

Das Essen in Osteuropa ist generell sehr fleischlastig. Darauf ist in allen Ländern Verlass. Dabei wird zum Beispiel in Ungarn oder der Slowakei gerne mit Nudeln, Kartoffeln und Reis kombiniert. Im Balkan sieht man Nudeln immer seltener, es überwiegen Kartoffeln und Reis. Brot gibt es in allen osteuropäischen Ländern zu fast allen Gerichten dazu.

Meiner Erfahrung nach ähnelt sich das Essen im nördlichen Osteuropa in den meisten Ländern. Gleiches lässt sich über den Balkan sagen. Lediglich in Albanien habe ich geschmacklich ganz neue Facetten entdeckt. Anscheinend werden dort andere Gewürze verwendet und vor allem viel mit Zimt gewürzt. Mit ein Grund, weshalb die albanische Küche mir während meiner Osteuropa Rundreise die liebste war.

Vegetarier haben es auf den ersten Blick in Osteuropa nicht ganz so leicht. Die reichhaltigen, köstlichen und preiswerten BBQ-Teller, die es gerade im Balkan überall gibt, können etwas abschrecken. Bei genauerem Hinsehen bietet die osteuropäische Küche jedoch auch viele vegetarische Optionen: Gefüllte Paprika, diverses Grillgemüse, Käse, Kohl, Suppen mit Brot oder frische Salate stehen mit auf dem Speiseplan.

 

Typische Gerichte in Osteuropa:
  • Gulasch, entweder als Suppe oder mit Reis
  • gegrilltes Fleisch
  • Hackfleischröllchen
  • mit Reis oder Hackfleisch gefüllte Paprika
  • Tomaten-Gurken-Salat mit Feta
  • Mit Fleisch oder vegetarischen Alternativen gefüllte Teigtaschen, oft aus Blätterteig
  • Ajvar: Ein Mus aus Paprika (manchmal mit Auberginen), welches als Dip und Soße verwendet wird

 

Typische Getränke in Osteuropa:
  • Raki/Rakija: Hochprozentiger Obstbrand, sehr oft selbstgebrannt. Kann viele verschiedene Geschmacksrichtungen haben (Kirsche, Holunderblüte, Zimt, Zwetschgen, Apfel und viele mehr)
  • Bier: Jedes osteuropäische Land hat seine eigenen Biersorten
  • Wein: In Osteuropa gibt es viele national angebaute Weine

 


 

22) Osteuropa Reiseführer Empfehlungen

 

Für eine Osteuropa Rundreise gibt es vor allem einen Reiseführer, auf den Du nicht verzichten solltest. Der Lonely Planet Eastern Europe* bietet einen wunderbaren Überblick über alle osteuropäischen Länder.

Für jedes Land zeigt er die sehenswertesten Orte auf. Informationen zu Preisen, Unterkünften und Transportmittel waren meiner Erfahrung nach meist akkurat und hilfreich. Auch Hintergrundinformationen über Geschichte, politische Entwicklung und Kultur der einzelnen Länder fehlen nicht.

Der Nachteil: Der Lonely Planet Eastern Europe wiegt einiges.

 

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23) Routen für Osteuropa Reisen und eine Balkan Rundreise

 

Osteuropa ist groß und vielseitig. Es gibt dutzende Routen, die Sinn machen. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie viel Zeit Du hast und wofür Du dich am meisten interessierst. Im Folgenden stelle ich Dir ein paar Routen vor, die ich empfehlen würde. Dabei plane ich mit etwa zwei Monaten. Wenn du mehr Zeit zur Verfügung hast, kannst Du natürlich auch viel mehr sehen. Und da es in Osteuropa so, so viel zu sehen gibt, ist viel Zeit für eine Osteuropa Rundreise immer gut!

 

Die Hauptstadt-Route Osteuropas

 

  • 40 Tage
  • 13 Länder
  • Prag (Tschechien), Bratislava (Slowakei), Budapest (Ungarn), Ljubljana (Slowenien), Zagreb (Kroatien), Belgrad (Serbien), Sarajevo (Bosnien und Herzegowina), Podgorica (Montenegro), Tirana (Albanien), Pristina (Kosovo), Skopje (Nordmazedonien), Sofia (Bulgarien), Bukarest (Rumäien)
  • Busse (Flixbus oder lokale Busunternehmen)
  • Hinflug nach Prag, Rückflug von Belgrad
  • Du besucht viele verschiedene Länder und ihre wichtigsten Städte
  • Die Hauptstädte bieten Dir einen abwechslungsreichen Einstieg in jedes Land
  • Du kommst in den Genuss von viel Kultur, spannender Architektur und guter Infastruktur
  • Hauptstädte sind oft nicht repräsentativ für ein ganzes Land
  • Du erlebst wenig Natur und Beachtime
  • Du hast teilweise lange Reisetage von Ort zu Ort vor dir
  • Zur Ruhe kommen ist bei einer solch langen Zeit in großen Städten mitunter schwierig

 

 

Osteuropa Route: Natur und Kultur

 

  • 70 Tage
  • 9 Länder
  • Prag & Brünn (Tschechien), Bratislava & Tatra Gebirge & Kosice (Slowakei), Budapest & Balaton See (Ungarn), Novi Sad & Belgrad & Tara Gebirge (Serbien), Sarajevo & Mostar (Bosnien und Herzegowina), Kotor & Durmitor Nationalpark (Montenegro), Shkodra & Vilbona & Tirana (Albanien), Ohrid See & Skopje (Nordmazedonien), Sofia & Pirin Nationalpark (Bulgarien), Bukarest & Brasov (Rumänien)
  • Züge und Busse (teilweise mit Umstiegen, aber machbar)
  • Hinflug nach Prag, Rückflug von Bukarest
  • Diese Route ist sehr abwechslungsreich
  • Du erhältst eine gute Mischung aus spannenden Städten und spektakulärer Natur
  • Manche sehenswerte Länder in Osteuropa wirst Du nicht besuchen können
  • Manche Verbindungen kosten Dich einen ganzen Tag und sind mit Umstiegen verbunden

 

Der Balkan Allrounder

 

  • 60 Tage
  • 8 Länder
  • Ljubljana & Triglav Nationalpark (Slowenien), Zagreb & Split & Dubrovnik (Kroatien), Sarajevo & Mostar (Bosnien und Herzegowina), Kotor & Durmitor Nationalpark (Montenegro), Shkodra & Valbona & Tirana & Berat & Saranda (Albanien), Ohrid See & Skopje (Nordmazedonien), Pristina (Kosovo), Belgrad & Tara Nationalpark (Serbien)
  • Busse
  • Hinflug nach Ljubljana, Rückflug von Belgrad
  • Diese Balkan Route gewährt Dir Einblick in jedes Land des ehemaligen Jugoslawiens
  • Die Route ist in zwei Monaten sehr gut zu schaffen
  • Du bekommst eine gute Mischung aus Natur, Städten und Kultur
  • Es mag aus eigener Erfahrung heraus klüger sein, bei einer Balkan Reise mit Serbien zu starten, um dem Land unvoreingenommen begegnen zu können
  • Die übrigen, interessanten Länder Osteuropas bleiben bei dieser Route auf der Strecke

 

Balkan Route abseits der ausgetretenen Pfade

 

  • 30 – 40 Tage
  • 6 Länder
  • Belgrad & Novi Sad & Tara Nationalpark (Serbien), Sarajevo & Sutjeska Nationalpark (Bosnien und Herzegowina), Podgorica & Durmitor Nationalpark (Montenegro), Shkodra & Valbona & Tirana & Gjirokastra & Himara sowie Gjipe Beach (Albanien), Skopje & Mavrovo Nationalpark (Nordmazedonien), Pristina (Kosovo)
  • Busse
  • Der Balkan ist insgesamt wenig touristisch, allerdings umgehst Du mit dieser Route zusätzlich bereits touristisch sehr erschlossene Orte wie Kroatien oder Kotor in Montenegro
  • Du wirst auf eine sehr authentische Reiserfahrung stoßen und dennoch spannende Orte entdecken
  • Selbst die touristischen Orte im Balkan sind einen Besuch wert – diese verpasst du

Der bunte Mix: Meine eigene Osteuropa Route

 

  • 50 Tage
  • 8 Länder
  • Bratislava & Tatra Nationalpark & Kosice (Slowakei), Budapest & Balatonsee (Ungarn), Novi Sad & Belgrad & Tara Nationalpark (Serbien), Sarajevo & Mostar (Bosnien und Herzegowina), Kotor & Ulcinj (Montenegro), Shkodra & Tirana & Berat & Himara (Albanien), Ohrid See & Skopje (Nordmazedonien), Pristina (Kosovo)
  • Busse und Züge
  • Hinflug nach Bratislava, Rückflug von Pristina
  • Diese Route liegt strategisch gut, da sie kaum komplizierte Transportwege beinhaltet
  • Sowohl Natur als auch sehenswerte Städte sind inbegriffen
  • Einige Orte sind touristisch noch unerschlossen
  • Teurere Länder wie Slowenien oder Kroatien werden umgangen
  • Sowohl osteuropäische, als auch Balkanländer werden besucht
  • Einige osteuropäische Länder, die mit Sicherheit wunderschön sind, fallen leider raus
  • In der Route sind kaum Nationalparks enthalten, sie ist also recht Städtelastig
  • Aus heutiger Sicht würde ich weder den Balatonsee noch Ulcinj in Montenegro besuchen (ersterer war ab vom Schuss, letzeres im Juli massiv überlaufen).
  • Auch in Kotor würde ich aufgrund der Menschenmassen (täglich legen riesige Kreuzfahrtschiffe an) nur ein, zwei Tage verbringen
  • Stattdessen stünden in jedem Fall ein Nationalpark in Bosnien und Herzegowina sowie der Durmitor Nationalpark in Montenegro auf meiner Liste

 

25) Mehr Artikel zu Osteuropa und dem Balkan

 

Tschechien:

Ungarn:

Slowakei:

Bosnien und Herzegowina:

Serbien:

 

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2 Kommentare für “Riesen-Guide für Backpacker: Osteuropa Rundreise & Balkan Rundreise

  1. Eine kleine Ergänzung zur Ukraine, die ich persönlich im Westen für unbedenklich halte: Auch wenn keine visapflicht besteht, ist eine Einreise nur mit Reisepass möglich. Ein Freuns von mir, den in Kiew auf der Botschaft arbeitet, erzählte mir, dass regelmässig Touristen im Flughafen stranden, die nur ihre ID dabei haben.

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