Prag Tipps Prag Liebeserklärung

Meine Liebeserklärung an Prag

Im September 2016 war ich zum ersten Mal in Prag, der tschechischen Hauptstadt. Die Stadt gefiel mir so gut, dass ich im Januar 2017 direkt wieder hin flog und auch 2018 erneut dort war. Prag steht einfach ziemlich weit oben auf der Liste meiner europäischen Lieblingsstädte. Oder sogar meiner Lieblingsstädte weltweit. Warum?

 


 

1) Prag ist preislich ein Backpackerparadies

 

Keine Sorge, dies ist nicht mein Grund Nummer 1. Aber er macht Prag einfach unheimlich erschwinglich.

Eine solide Mahlzeit bekommt ihr bereits ab 3 €, ein Tram-Ticket für gerade mal 90 ct. Ein Bier ist teilweise günstiger als Wasser und wird euch in einer Bar in der Happy Hour etwa 1 € kosten – für einen halben Liter. Ein Kaffee wird kaum über 1 € zu Buche schlagen. Im Preis-Leistungsverhältnis am teuersten sind fast schon die Trdelník, das traditionelle tschechische Gebäck, wofür man oft über 2€ hinblättern muss.

 

 

Prag hat so viel zu bieten, dass ihr kaum viel Geld in Eintritte stecken braucht, um eure Zeit sinnvoll zu nutzen. Auch hier lässt es sich also sparsam reisen.

Hostels* gibt es in Prag unzählige, von denen die allermeisten ausgezeichnete Bewertungen haben. Unter der Woche könnt ihr da teilweise schon für 5 € / Nacht unterkommen.

 


 

2) Prag hat zauberhafte Häuser

 

Während meiner zwei Aufenthalte in Prag, bei denen es mich auch in Gegenden etwas außerhalb des Zentrums verschlagen hat, habe ich kaum Gebäude gesehen, die meinen ästhetischen Ansprüchen nicht entsprachen.

 

prag häuser

 

Prags Häuser sind alle bunt gestrichen. Sie besitzen Stuck, Verzierungen, prächtige Balkone oder Säulen mit Statuen über den Eingängen. Kaum ein Haus ist „einfach“. Dies ist wohl den Epochen zu verdanken, aus denen die meisten Prager Bauten stammen: Der Gotik, dem Barock und der Romantik. Gleichzeitig sind die wenigsten Häuser wirklich hoch oder wirken erdrückend.

 

 

Kein Wunder, dass man sich da in eine ganz andere Zeit zurückversetzt fühlt. Prächtig und romantisch zugleich.

 

prag häuser prager burg bezirk

 


 

3) Prag hat das größte geschlossene Burgareal der Welt

 

Willkommen im Mittelalter. Dass dies von vielen düsteren Zeiten und Ereignissen durchzogen war, ist in Prag jedoch vollkommen unvorstellbar. Natürlich hat sich die Prager Burg über die Jahrhunderte optisch stark verändert. Und dennoch: Bei solch schönen, farbenfrohen und schmucken Gebäuden, den freundlichen, kleinen Gassen und den großen, hellen Plätzen fühlt man sich eher wie im Märchenland.

 

prag Platz Burg

 

Sehenswert ist definitiv auch der Veitsdom (14. Jahrhundert), dessen Türme die Prager Burg überragen.  Der Eintritt ist kostenlos, der Dom hat allerdings im Sommer nur bis 18 Uhr geöffnet, im Winter schließt er bereits gegen 16 Uhr.

Im Burgareal haben sich zahlreiche Restaurants, Cafés und Läden niedergelassen, die natürlich vor allem von den Touristen leben. Es ist aber auch wirklich schwer, den so gemütlich wirkenden Gastronomien zu widerstehen.

 

prag café

 

Von der Burg aus genießt ihr außerdem einen fabelhaften Ausblick über die Stadt.

 

 


 

4) Prag ist auch im Winter einen Besuch wert

 

Weihnachtsmärkte haben in der tschechischen Hauptstadt noch bis zum 1. Januar geöffnet. Manche werden sogar erst am 6. Januar abgebaut. Dabei beschränkten sich die Weihnachtsmärkte in Prag allerdings hauptsächlich auf Plätze und ziehen sich nicht, wie wir das oft von deutschen Weihnachtsmärkten kennen, durch die ganze Stadt.

Ich will euch nicht verheimlichen, dass es in Prag im Winter eiskalt werden kann. Ich erlebte hier meine bisher kälteste Temperatur von -20°C in der Nacht und tagsüber -8°C (Januar 2017). Kein Wetter, bei dem man sich besonders freut, das Haus zu verlassen. Oder?

 

Prag im Winter mit Schnee

 

Eben doch. Vielleicht nicht für viele Stunden, und die Prager Cafés wirken dann doch schnell noch verlockender als ohnehin schon. Aber Prag bietet aufgrund der niedrigen Temperaturen sehr viel schneller mal, was wir hier in Deutschland oft vermissen: Schnee. Und ein in Weiß getauchtes Prag ist fast noch schöner, als es ohnehin schon ist.

 


 

5) Prags Sehenswürdigkeiten sind wirklich sehenswert

 

Schon manches Mal war ich von einem der angepriesenen „Must-Sees“ und „Must-Dos“ in Städten oder Ländern enttäuscht. Nicht so in Prag.

Mein einziger Horror hier: Prag ist einfach unheimlich voll. Was nicht besonders verwundert, weil Prag eben auch eine der schönsten Städte Europas ist.

Die Prager Burg, die John Lennon Wall, die Karlsbrücke oder auch der Altstädter Ring solltet ihr trotz der vielen Touristen besuchen. Sie liegen alle gut fußläufig erreichbar.

 

 


 

6) Abseits der Touristenströme

 

Genau genommen ist eben die Prager Stadt an sich eine Sehenswürdigkeit, so dass ihr euch nirgendwo sinnlos verlaufen könnt. Im Gegenteil. Ziellos durch die Straßen zu schlendern kann einen in Prag zu vielen eher unentdeckten Kleinoden und Sträßchen führen.

Wer die Massen bei der Prager Burg vermeiden möchte, erhält vom Prager Fernsehturm einen guten Ausblick auf die Stadt. Schön ist der Fernsehturm weiß Gott nicht. Geradezu skurril wirken noch dazu die Babys („Miminka“), die der tschechische Bildhauer David Černý dort installiert hat. Vermeidet es einfach,  ihre Gesichter anzuschauen – die sind verstörend. Zum Glück entschädigt die Aussicht vom Turm. Der Eintritt kostet allerdings 9€.

 

prag fernsehturm

 

Eine Alternative zur Prager Burg bietet auch der Burgwall Vyšehrad südlich des Prager Zentrums direkt an der Moldau. Hier verirren sich bisher nur wenige Touristen hin.

Preiswerter, ruhiger und auch etwas authentischer als im Stadtzentrum wird es in den Vierteln östlich davon. Das Viertel Žižkov, in dem übrigens auch der Prager Fernsehturm liegt, ist hier ein gutes Beispiel. Es gibt viele kleine Cafés und Bars, kleine Restaurants (z.B. köstliches Sushi und Pizzen) und typisch bunte und charmante Prager Häuschen. Gleichzeitig kommen hier nur wenige Touristen hin.

Preiswert und abenteuerlich könnt ihr in Prag auf einem der vielen Flohmärkte shoppen.

Bei schlechtem Wetter lohnen sich sicher auch die Prager Museen.

 

Weiterführende Artikel:

♦ 22Places gibt 6 Insider-Tipps für einen Besuch in Prag
♦ Auch auf PinkCompass findet ihr ein paar Tipps für Tschechiens Hauptstadt

 


 

7) Nachtleben

 

Ausgefallene und alternative Clubs und Bars hat Prag vielfach zu bieten. Die Eintrittspreise in die Clubs sind zwar verhältnismäßig hoch, Getränke gibt es dafür für kleines Geld. Und ihr werdet dafür Diskos finden, die es so kein zweites Mal auf der Welt gibt (z.B. den Crossclub). Einfach, um die mal von Innen gesehen zu haben, lohnt sich oft der Eintritt.

 

 

Prag hat eine große Elektro-Szene. Die Schattenseite: Drogen sind in Prag überall präsent und werden relativ offen gehandelt und konsumiert. Ein weiterer Nachteil des Nachtlebens in Prag ist, dass in allen Bars und Clubs geraucht werden darf. Erstaunlich, dass das noch vor einigen Jahren auch in Deutschland für mich ganz normal war.

 


 

Zusammenfassende Informationen zu Prag

 

Anreise:

Von Deutschland mit dem Flugzeug*, mit dem Flixbus (Hier) oder dem Zug (Hier). Bus- und Zugfahrt dauern natürlich eine ganze Weile. Bei der Deutschen Bahn gibt es Nachtfahrten in recht komfortablen Sitzabteilen, die 39 € pro Fahrt kosten.

Fortbewegung vor Ort:

Am besten zu Fuß, mit der Metro oder den zahlreichen Trams. Prag ist hervorragend vernetzt. Tickets bekommt man mit Münzen am Automaten oder mit anderen Zahlungsmethoden in den allermeisten Kiosks und kleinen wie großen Supermärkten.

Wie lange:

Ich würde für Prag etwa 4 Tage einplanen.

Wann:

Prag ist das ganze Jahr über gut zu bereisen. Im Sommer wird es sehr warm, im Winter dagegen sehr kalt. Im Frühling und Herbst ist es in Prag nicht ganz so überlaufen.

Internet & Strom:

Internet gibt es in Prag in den Cafés, Restaurants und Unterkünften. Viele deutsche Mobilfunkanbieter bieten mittlerweile Tarife an, mit denen es sich im EU-Ausland kostenlos surfen lässt.

In Tschechien passen unsere schmalen deutschen Stecker. Große Stecker müssen oben ein Loch haben (s. Hier*)

Was tun:

Die Stadt auf sich wirken lassen, das Burgareal besichtigen, feiern gehen, im Winter Weihnachtsmärkte besuchen, sich kulinarisch verwöhnen

Was essen:

Das für mich bisher beste Sushi überhaupt gibt es im „Sushi Sushi“ an der Seifertova 522/28.

Investiert zumindest einmal das Geld und genießt ein köstliches Trdlník.

Ansonsten ist für jede Geschmacksrichtung etwas dabei.

Wo schlafen:

Hostels* gibt es in Prag wie Sand am Meer bei meist sehr guter Qualität.

Ich kann selbst wärmstens das Sir Toby’s* empfehlen, das eine gut ausgestattete Küche und einen unheimlich gemütliche Kellerbar mit Chillecke hat.

Zahlreich positive Berichte habe ich über das Hostel One Home Prag* gehört, war selbst aber noch nicht dort.

Hotels* gibt es selbstverständlich auch en Masse, die preislich total fair sind.

Wie viel kostet..

  • ein Hostel: ab 12€ / Nacht in der Hauptsaison, ab 5€ / Nacht in der Nebensaison
  • ein Tram-Ticket: 0,90 €
  • ein Trdlník: 2,20 €
  • ein deftiges Mittagessen: ca. 3-5 €
  • Eintritt in die Burg: bis 13 €

Vorsicht: In Prag wird nicht mit Euro (€), sondern mit Tschechischen Kronen gezahlt!

Touristeninformation und Karte:

Hier geht es zur Seite der Touristeninformation in Prag.

 


 

Abschließende Worte

 

Prag ist eine wundervolle Stadt, in der es etliche Dinge zu sehen und zu tun gibt. Ich könnte noch so viel mehr über Prag schreiben. Es wird euch dort bestimmt nicht langweilig und es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn Prag euch ebenso in den Bann schlägt, wie mich.

Bist Du schon mal in Prag gewesen? Was gefällt dir an der Stadt besonders – oder auch nicht? Hast Du noch weitere Empfehlungen, was man auf keinen Fall verpassen sollte?

 

(Fotos: „Prag im Winter“ von Martin Fels  / pixelio.de, „Mischpult“ von Julien Christ  / pixelio.de)

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