Guide und Tipps: Backpacking in Spanien

Spanien ist ein beliebtes Reiseziel der Deutschen. Natürlich geht es meistens an die Küstenregionen, aber auch das Inland hat viel zu bieten. Spanien ist ein sehr großes Land und sehr vielseitig. Mich hat Spanien bei meinem ersten Besuch sehr begeistert und ich werde sicher gerne wiederkommen. Was ihr zum Backpacking in Spanien wissen solltet, erfahrt ihr in diesem Artikel.

 


 

1) Spaniens Festland im Überblick

 

Sprache: Spanisch und regionale Dialekte (z.B. Katalanisch in Katalonien)

Hauptstadt: Madrid

Einwohner: 46 Mio.

Fläche: 505.990 km²

Währung: Euro (€)

In der EU: Ja

Visum: Für Europäer nicht nötig

 


 

2) Backpacking in Spanien

 

Spanien ist ein sehr großes Land, weit größer als Deutschland, und es gibt viel zu sehen. Es empfiehlt sich, sich als Backpacker mit begrenzter Zeit auf einen kleinen Teil des Landes zu konzentrieren, um lange Inlandsfahrten und hohe Kosten zu vermeiden.

 

Dann aber ist Backpacking in Spanien empfehlenswert.

 

Die Hostels haben eine hohe Qualität, es gibt Strand und Gebirge, etliche Sehenswürdigkeiten, Kultur und Geschichte und vieles lässt sich als Backpacker in den größeren Städten für kleines Geld machen.

 


 

3) Backpacking in Spanien als alleinreisende Frau

 

Spanierinnen sind ziemlich emanzipiert. Spanien ist insgesamt ein sicheres, fortschrittliches Land, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind.

 

Backpacking in Spanien als alleinreisende Frau ist deshalb völlig unbedenklich.

 

Wie auch die Spanierinnen selbst könnt ihr nachts durch die Straßen laufen, feiern gehen, mit Männern was trinken. Natürlich gelten ganz normale Regeln der Vorsicht, wie Wertsachen nicht unbeaufsichtigt liegen zu lassen oder mit einem Hauch von Nichts am Körper und völlig betrunken an einer Straßenecke zu hängen. Würdet ihr hoffentlich in Deutschland aber auch nicht tun ;-).

 


 

4) Beste Reisezeit für Backpacking in Spanien

 

In Spanien gibt es unterschiedliche Klimazonen. Generell lässt sich sagen, dass der Norden etwas kühler, der Süden teilweise beinahe suptropisch ist, alles dazwischen sowie die Küstenregionen im Osten und Süden sind eher warm und gemäßigt. An den Küsten kann es sehr windig werden. An der Costra Brava im Nordosten können die sogenannten Landwinde „Tramuntana“ Sturmstärke erreichen, im Sommer sorgen die Winde jedoch auch für eine angenehme Abkühlung. Für Backpacker eignen sich alle Jahreszeiten außer der Winter.

 

Frühling (März-Mai): 

Wer Sightseeing liebt, sollte sich im Frühling auf nach Spanien machen. Bei frühlingshafter Wärme und Sonnenschein machen Städteerkundungen hier noch richtig Spaß, bevor sie im Sommer zur Quälerei werden. Gerade für Spaniens Süden eignet sich das Frühjahr, dann ist es dort noch nicht ganz so heiß. Zu dieser Zeit beginnt in Spanien alles zu blühen und erstrahlt durch die Regenfälle im Winter noch in frischem Grün. Ein weiterer Vorteil: Spanien ist noch nicht so überlaufen mit Touristen.

 

Sommer (Juni-August): 

Der Sommer ist die Hauptreisezeit für Spanienurlauber, viele Orte können hier ziemlich voll werden.  Das hat natürlich seine Gründe: Die Sommermonate bringen hohe Luft- und Wassertemperaturen mit sich und sind so bestens geeignet für einen Strandurlaub. Der eher kühlere Norden, vor Allem der Nordwesten, ist in den Sommermonaten gut zu bereisen, ohne zu großer Hitze ausgeliefert zu sein.

 

Herbst (September-November): 

Ein Nachteil dieser Jahreszeit ist, dass durch den heißen, trockenen Sommer viele Regionen Spaniens karg und braun aussehen. Dafür ist das Wetter meist noch bis in den späten Oktober warm und sonnig, manchmal lässt es sich noch Anfang November im Meer bei angenehmen Temperaturen schwimmen. Allerdings nimmt nun auch schon langsam die Gefahr von Regenfällen zu. Eine Regenjacke sollte man nun auf jeden Fall dabei haben, ebenso einen warmen Pullover, kann sich jedoch noch über viel Sonne freuen. Manche Orte hat man zu dieser Jahreszeit bereits fast für sich, was aber auch bedeutet, dass manche Hotels und Restaurants an den Küstengegenden schon nicht mehr geöffnet haben.

 

Backpacking in Spanien Herbst

 

Winter (Dezember-Februar): 

Baden lässt es sich im Winter in Spanien sicher nirgendwo mehr. Dafür kommen nun Wintersportler auf ihre Kosten. Im Norden Spaniens liegt das Skiparadies der Pyrenäen. Generell sinken die Temperaturen nun in ganz Spanien deutlich, durchschnittlich auf ca. 10°C, was meiner Meinung nach immer noch eine Flucht aus dem grau-tristen Deutschland nach Spanien rechtfertigt. Immerhin regnet es in Spanien immer noch weniger, und bei einem Bummel durch Barcelonas Altstadt oder beim Tapas-Essen in Madrid vergisst man die Kälte sowieso ganz schnell wieder.

 


 

4) Anreise nach Spanien von Deutschland aus

 

Flugzeug:

Direktflüge gibt es zum Beispiel nach Madrid, Barcelona, Sevilla, Alicante, Malaga oder Valencia.

–>Ich selbst vergleiche und buche meine Flüge mit

 

Zug:

Man kann auch mit dem Zug nach Spanien gelangen. Mit etwa 12h Fahrtzeit und Umsteigen erreicht man z.B. Barcelona im Spanischen Norden vom Frankfurter Hauptbahnhof. Ob sich das lohnt muss jeder selbst wissen.

 

Bus:

Flixbus (Hier) bietet an manchen Wochentagen Fahrten von verschiedenen deutschen Städten nach Barcelona. Selbstverständlich dauert die Fahrt noch länger als mit dem Zug und wird z.B. von Essen aus mit etwa 33h Dauer angegeben. Ohje…

 


 

6) Transport im Inland

 

Bus:

Spanien ist gut mit Lang- und Kurzstreckenbussen vernetzt, die gerade für Backpacker Sinn machen. Populäre Unternehmen sind hier Alsa (Hier) und Moventis (Hier).

 

Auto:

Angeblich wird in Spanien bei günstig angebotenen Mietwagen oft mit versteckten Kosten Geschäft gemacht. Hier lohnt es wohl, die Konditionen im Voraus genau zu checken oder nur bei renommierten Autovermietungen (z.B. Sixt oder Europcar) anzumieten.

 

Zug:

Das Zugnetz in Spanien ist sehr gut ausgebaut, geht auf langen Strecken aber ein wenig ans Geld. Ausgeführt werden die Fahrten durch das Bahnunternehmen Renfe (Hier).

–>Es gibt zahlreiche Vergünstigungen (s. Hier) und auch einen Renfe Spain Pass, über den ihr euch Hier informieren könnt.

 

Flugzeug:

Auch mit dem Flugzeug lässt es sich in Spanien gut von A nach B kommen und kann sich aufgrund der großen Entfernungen manchmal vielleicht auch lohnen.

 


 

7) Was hat Spanien zu bieten?

 

Wunderschöne, atmosphärische Städte, tolle Strände, warmes Meer, Skigebiete, abwechslungsreiche Natur im Sommer, Pilgerwege, eine reiche Geschichte, Ruinen und Architektur, gutes Essen und eine tolle Sprache.

 

Backpacking in Spanien Costa Brava Strand

 


 

8) Für wen ist Spanien also besonders geeignet?

 

Grob gesagt: Für jeden. Es lässt sich hervorragend wandern. Architektur- sowie Geschichtsinteressierte kommen voll auf ihre Kosten, Meerliebhaber, Strandurlauber und Surfjunkies ebenso. Und für die Partyfans unter euch gibt es auch perfekte Orte in Spanien.

 


 

9) Budget für Backpacking in Spanien

 

Günstig:

Wer als Backpacker unterwegs ist, in Hostels übernachtet oder in der Nebensaison in günstigen Hotels, sich überwiegend selbst verpflegt, für den Transport auf Busse und Züge zurück greift und nicht jeden Abend in den Clubs steil geht, wird mit 40 €/Tag auskommen.

 

Mittelklasse: 

Wer Übernachtungen in Hotels während der Hauptsaison, tägliches Essen gehen in einfacheren Restaurants (in den großen Städten und z.B. an der Costa Brava nicht gerade günstig), das Anmieten eines Autos oder das häufige Benutzen von Taxen bevorzugt oder z.B. an verschiedenen kulturellen Veranstaltungen teilnehmen will, muss schon tiefer in die Tasche greifen. Ich schätze hier sollten je nach Region bis zu 80 €/Tag reichen.

 

Luxus: 

Spanien kann natürlich auch Luxus! Für das Nächtigen in Spaniens höherklassigen Hotels während der Hauptsaison, das Genießen regelmäßiger 3-Gänge-Menüs im schicken Restaurant, für überwiegendes Taxifahren und für allabendliche Theateraufführungen und Weltklasse-Flamencoshows  sollte man sicher über 100€/Tag einplanen. Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

 

♦ Eine genaue Aufstellung meiner Ausgaben in Spanien findest du hier: Reisekosten Spanien: Benötigtes Budget für Backpacking in der Nebensaison

 


 

10) Unterkünfte in Spanien

 

In den Haupttouristenorten gibt es stets Hostels für Backpacker, an den Küsten jedoch manchmal nur Hotels. Wer als Backpacker unterwegs ist sollte sich deshalb am Besten vorher informieren, ob es am Wunschort eine günstige Unterkunft gibt. Zu beachten ist auch, dass außerhalb der Sommermonate viele Hotels schließen, weshalb die Auswahl manchmal schrumpft.

 

–>Suche zum Beispiel hier nach Unterkünften: Booking.com*, hostelworld.com*

 



Booking.com

 


 

11) Internet & Strom in Spanien

 

Internet findet ihr in der Regel in den Unterkünften und in einigen Restaurants und Cafés. Auch die Busse von Alsa bieten meist Wifi an.

Seit 2017 könnt ihr im EU-Ausland bei einem vorübergehenden Aufenthalt kostenlos über euer Handy im mobilen Internet surfen. Es fallen keine Roaming-Gebühren mehr an.

Unsere flachen deutschen Stecker passen auch in die spanischen Steckdosen, ein Reiseadapter wird nicht benötigt.

 


 

12) Verständigung in Spanien

 

In Spanien kommt ihr in den größeren Orten und entlang der Küste in der Regel wunderbar mit Englisch zurecht. Lediglich in den kleinen Orten abseits der touristischen Pfade solltet ihr ein paar Brocken Spanisch können.

Insgesamt helfen diese euch natürlich im ganzen Land weiter, öffnen Türen und bringen euch Sympathiepunkte ein.

Ich selbst habe vor meinen Spanischreisen ein wenig Spanisch geübt und fand das hilfreich.

 

 


 

13) Essen und Trinken in Spanien

 

Essen:

Das Essen in Spanien ist sehr fleischlastig und deftig. Bekannt ist Spanien natürlich auch für seine Paella sowie für Tapas, die es in unzähligen Varianten und Ausprägungen gibt. Diese isst man in der Regel in Gesellschaft und teilt die köstlichen Kleinigkeiten, um alles mal zu probieren. Eine noch kleinere Form der Tapas sind die sogenannten Pinchos, die tatsächlich „Häppchen“ sind. Häufig wird dabei eine Scheibe Baguette mit Aufschnitt dekoriert – Ziegenkäse mit Walnüssen, Schinken mit Oliven oder derlei. Insgesamt ist Essen in Spanien eine beliebte Gelegenheit, um mit Freunden, Bekannten und der Familie zusammenzukommen.

 

Getränke:

Sehr gerne und viel getrunken wird in Spanien Wein. Eine Alternative zum klassischen Wein bietet der süße Sangria mit Früchten, den es sowohl mit Weiß- als auch mit Rotwein gibt. Auch an Bier mangelt es in Spanien nicht. Guten Kaffee findet man dafür längst nicht überall, obwohl die Spanier selbst viel Kaffee trinken.

Leitungswasser ist in Spanien in der Regel trinkbar.

 

Essenszeiten:

Der ganze spanische Alltag folgt vor allem einer Grundregel: Zwischen 13 und etwa 17 Uhr ist Siesta angesagt! In dieser Zeit nehmen die Spanier in der Regel ein großes Mittagessen zu sich und genießen einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Bäckereien und auch Restaurants haben in diesen Zeiten teilweise geschlossen. Abendessen gibt es in Spanien erst spät (nach 21 Uhr) und fällt kleiner aus. Auch das Frühstück ist übrigens eher nebensächlich. Ein Kaffee und ein Croissant reichen den meisten Spaniern.

 

Lokalitäten:

In den spanischen Tavernen findet man in der Regel das authentischste Essen. Viele Lokale spezialisieren sich auch auf Tapas oder Pinchos oder auf Meeresfrüchte und Paella. Natürlich gibt es auch Restaurants oder Imbissbuden, in denen man Sandwiches, Käse- oder Schinkenteller und ähnliches bekommt.

 

Trinkgeld:

Trinkgeld ist in Spanien freiwillig und sollte nur dann gegeben werden, wenn man mit dem Service wirklich zufrieden ist. Um die 5% sind dann angebracht.

 


 

14) Reiseführer Empfehlung für Backpacking in Spanien

 

Ich kann für Backpacking in Spanien am ehesten den Lonely Planet empfehlen. Der Reiseführer beinhaltet alle wichtigen Informationen und auch Hinweise zu Preisen, Transport im Inland und Restaurants. Für mich sind die Lonely Planets bisher in jedem Land gute Begleiter gewesen.

 

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15) Besonderheit

 

Katalonien im Nordosten Spaniens, die Region die unter Anderem die wunderschöne Stadt Barcelona beherbergt, kämpft derzeit um die Unabhängigkeit. Wie sich dies entwickelt bleibt abzuwarten, eine Unabhängigkeit Kataloniens hätte allerdings großen Einfluss auf Spaniens Wirtschaft, da Katalonien ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Für Katalonien selbst bedeutete dies allerdings eine geringere wirtschaftliche Belastung.

 


 

16) Meine eigene Route: Für 16 Tage Backpacking in Spanien

 

Meine Route in Spanien war überwiegend durch meine Wanderung am Cami de Ronda entlang der Costa Brava bestimmt. Die übrigen Tage nutzte ich zur Städtebesichtigung in Spanien.

 

Tag 1-4: Madrid

Ich besuchte hier eine Freundin, bei der ich unterkam. Die Tage vergingen gemeinsam wie im Flug. Wir verbrachten sie mit Stadtbesichtigungen, einer kleinen Flamenco-Show und viel Essbarem.

Tag 4-5: Tossa de Mar

Start meiner Wanderung, Abends angekommen und am nächsten Morgen los gestiefelt

Tag 5-6: Tossa de Mar – Sant Feliu de Guíxols

Tag 1 der Wanderung

Tag 6-7: Sant Feliu de Guíxols – Palamós

Tag 2 der Wanderung

Tag 7-8: Palamós – Begur

Tag 3 der Wanderung

Tag 8-9:  Begur – L’Estartit

Tag 4 der Wanderung

Tag 9-10: L’Estartit – L’Escala

Tag 5 der Wanderung – leider wegen Knieschmerzen der letzte, die restlichen 2 Etappen legte ich mit Bus und Bahn zurück.

Von L’Escala kann man in etwa 20 Minuten die Ruinen der alten griechischen und römischen Stadt „Empuries“ erreichen. Ein lohnenswerter Abstecher, für den man mindestens eine Stunde einplanen sollte.

Tag 10-11: Roses

Sehr eindrucksvoll die alte Ciutadella, deren Geschichte und Ruinen sich für wenig Geld besichtigen lassen.

Tag 11-12: Cadaqués

Einfach nur schlendern durch das wunderschöne pittoreske Städtchen ist das Beste, was man hier tun kann.

Tag 12-13: Girona

Bummeln durch die schöne, lebendige Stadt, endlich mal wieder ein Hostel und Gesellschaft.

Tag 13-16: Barcelona

Was ich in Barcelona alles gemacht habe und wieso ich diese Stadt so liebe könnt ihr Hier nachlesen

 


 

17) Mehr Artikel zum Backpacking in Spanien

 

Budget:

Reisekosten Spanien: Benötigtes Budget für Backpacking in der Nebensaison

Unterkünfte:

Unterkünfte am Cami de Ronda: Tipps und Empfehlungen für Backpacker

Allgemeines:

Was die spanische Kultur so sympathisch macht

Orte des Landes:

10 Dinge, die man in Barcelona gemacht haben sollte
Wandern auf dem Cami de Ronda an der Costa Brava
Meine Fotohommage an den Cami de Ronda
Madrid: Von Wachwechsel, Flamenco und Schinken
 To Do: Malaga und die Schönheit Andalusiens in einer Woche

 

 

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