Cami de Ronda Wandern

Wandern auf dem Cami de Ronda an der Costa Brava

An Spaniens berühmter wilder und wunderschöner Nordostküste, der Costa Brava, erwartet einen ein abwechslungsreicher, abenteuerlicher und verwunschener Wanderweg durch Zivilisation und Abgeschiedenheit: Der Cami de Ronda. Auf 255 Kilometern, meist entlang der Küste, geht es auf dem Cami de Ronda von Blanes bis in den Norden nach Collioure hinter der französischen Grenze. Auch Tageswanderungen sind möglich. Lest in diesem Artikel über Details zum Cami de Ronda, beste Wanderzeit, Unterkünfte, benötigtes Budget, Toilettensituation und Reiseführer.

 


 

1) Welchen Wanderführer kann ich empfehlen?

 

Das ist leicht: Den einzigen, den es gibt, wenn man den kompletten Cami de Ronda im Überblick haben möchte:

 

Wanderweg Costa Brava: Girona coastline guide (Guia & Mapa)
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Lasst euch nicht abschrecken – trotz der fremdsprachigen Beschreibung bei Amazon ist dieser Wanderführer in Deutsch. Leider beinhaltet er für meinen Geschmack zu wenig Informationen über Transportmittel und Unterkünfte.

Manchmal fehlten mir auch noch zusätzliche Informationen zu den Ruinen oder Orten, die man durchquert. Von wann ist denn dieser alte Bunker, vor dem ich gerade stehe? Was ist so besonders an dieser Kirche? Am meisten fiel mir allerdings auf, dass der Wanderführer über den Cami de Ronda im Sommer geschrieben worden sein muss. Im November sah die Situation jedenfalls meist ein wenig anders aus als im Buch beschrieben.

Insgesamt ist der Wanderführer jedoch ein guter und hilfreicher Begleiter auf dem Weg entlang der Costa Brava.

 


 

2) Über welchen Abschnitt des Cami de Ronda kann ich berichten?

 

Ich nahm mir den Abschnitt von Tossa de Mar nach Cadaqués vor. 7 Etappen hatte ich zu bewältigen, die längste davon 31km lang, die Übrigen 18-24km lang. Insgesamt sollte ich dann auf 154km kommen.

 

Meine Etappenabschnitte waren:

 

  • Tossa de Mar – Sant Feliu de Guíxols, 21km / 650m Höhenunterschiede
  • Sant Feliu de Guíxols – Palamós, 18km / 250m Höhenunterschiede
  • Palamós – Begur, 23km / 850m Höhenunterschiede
  • Begur – L’Estartit, 18km / 150m Höhenunterschiede
    • Vorsicht, der letzte Teil dieser Strecke war im November nicht machbar! Hier müssen am Strand ein Wasserlauf und ein Fluss durchquert werden. Im November war der Wasserstand viel zu hoch.
  • L’Estartit – L’Escala, ca. 20km / 650m Höhenunterschiede
  • L’Escala – Roses, 31km / 150m Höhenunterschiede
    •  Diesen Weg konnte ich wegen Knieproblemen nicht mehr laufen -> Bus
  • Roses – Cadaqués, 22km /750m Höhenunterschiede
    •   Diesen Weg konnte ich wegen Knieproblemen nicht mehr laufen -> Bus

 

 

Und warum von Süden nach Norden?

 

Eigentlich ganz simpel: Weil der Wanderführer das nun mal in der Richtung beschreibt. Bezüglich Rückflug und Rückreise könnte das für einige interessant sein, da man z.B. eben nicht auf Barcelona zu läuft, sondern davon weg, und so für den Rückweg etwas mehr Zeit einplanen sollte. Gerade, wenn man den ganzen Cami de Ronda bis nach Frankreich läuft.

 


 

3) Wie erreichte ich Tossa de Mar – und wie könnt ihr es?

 

Ich begann meine Spanienreise in Madrid und musste von dort beinahe das halbe Land durchqueren, um nach Tossa de Mar im Osten zu gelangen. 12 Stunden verbrachte ich an diesem Tag in Bussen oder beim Warten auf die Busse. Und folgendermaßen sah das aus:

 

  • Bus von Madrid (Parada Autobus, Intercambiador de Avenida de América) – Barcelona Estación de Autobuses Nord
    • Über Busbud.de gebucht, Preis lag bei 32€ und die Fahrt dauerte etwa 7 Stunden.
  • Bus von Barcelona Nord – Tossa de Mar
    • Vor Ort gekauft, Preis lag bei 12,15€ und die Fahrt dauerte etwa 1 1/2 Stunden.
      • Den Zeitplan für den Bus findet ihr so: Geht auf diese Seite, sucht eine Fahrt von Barcelona Airport nach Tossa de Mar für euer Wunschdatum. Bei den Bussen, die jetzt angezeigt werden, klickt auf „See description and prices for the route“. Bei den Haltestellen seht ihr dann die Abfahrtzeit in Barcelona Nord.

 

Wenn ihr aus Barcelona anreist könnt ihr also den Direktbus vom Busbahnhof Barcelona Nord nach Tossa de Mar nehmen. Letztlich ist bei allen weiteren Strecken aus dem Inland ein Umstieg in Barcelona nötig. Seid ihr bereits an der Costa Brava und wollt in Tossa de Mar den Cami de Ronda starten gibt es zahlreiche Busse, die die Orte miteinander verbinden. In Blanes und Portbou gibt es auch Bahnhöfe, die anderen Orte sind leider nicht direkt mit dem Zug erreichbar.

 


 

4) Mit Gepäcktransport oder ohne?

 

Gepäcktransport? Ein Unwort für mich als sparsamer Backpacker. Ich liebe meinen Rucksack doch.

Beim Wandern kann der allerdings wirklich manchmal eine Last sein – vermutlich ein Grund, weshalb sich bisher bei Mehrtageswanderungen auch immer mein schwaches rechtes Knie gemeldet hat. Ich bin noch dazu aber auch eine Frau und deshalb bestimmt kein optimal sparsamer Packer. Auf dem Cami de Ronda im November hat mich mein etwa 10kg schwerer Rucksack (inkl. Wasser und Essen) nicht gestört.

 

Was ich bei meiner Wanderung auf dem Cami de Ronda alles dabei hatte kannst du übrigens hier nachlesen: Wanderpackliste Spanien.

 

Gerade in der Sommerhitze ist es aber sicher angenehm, nur einen kleinen Rucksack dabei zu haben. Und natürlich läuft es sich insgesamt ohne schweres Gepäck etwas leichter und flinker. Leider ist die einzige Organisation, die ich bisher für den Transport von Gepäck gefunden habe Folgende für 32€/Tag:

 

http://www.camideronda.com/de/serveis.html

 

Hier werden auch noch weitere Dienstleistungen angeboten. Allerdings ist man somit natürlich auch an eine vorgegebene Route gebunden, und ich bin nicht sicher, ob sich die Strecke über diese Routen hinaus erweitern ließe.>

 


 

5) Wie schwer war die Wanderung auf dem Cami de Ronda?

 

Natürlich ist das Ermessenssache. Ich halte nicht so viel von pauschalen Höhenangaben oder Phrasen wie „fit genug für eine mehrtägige Wanderung“. Woher weiß ich denn, ob ich fit genug bin, und sind 100 Höhenmeter viel oder wenig?

Ich bin Krankenpflegerin. Ich lege bei der Arbeit oft um die 15-18 Kilometer pro Schicht zurück. Ich mache regelmäßig zwei bis drei Mal die Woche leichtes Krafttraining zu Hause. Ich würde mich dennoch nicht als herausragend muskulös bezeichnen. Und ich laufe im Alltag natürlich vor Allem in der Ebene und trage dabei auch keinen kiloschweren Rucksack auf dem Rücken. Echte Wanderungen mache ich selten. War diese Wanderung nun für mich schwer?

 

Ja, sie war schwer.

 

Irgendwo macht doch auch genau das den Reiz aus, oder nicht? Aber sie war auch bei weitem nicht so schwer, dass ich in irgendeinem Moment abbrechen wollte oder keine Lust mehr hatte. Es geht sehr viel bergauf, und auch sehr viel bergab. Man muss klettern und oft aufpassen wo man hintritt. Im Sommer käme noch die brüllende Hitze dazu, die es sicher nicht einfacher macht. Im Herbst hat man teilweise mit starkem Wind oder Regen zu kämpfen. Aber hinter fast jeder Ecke belohnt der Cami de Ronda mit atemberaubenden Blicken und lässt einen die Anstrengung vergessen.

 


 

6) Wie war das denn jetzt mit dem Wetter und dem November?

 

Sehr schön.

Ich war insgesamt 16 Tage in Spanien, und davon hat es nur einmal geregnet. Das war tatsächlich während meiner Wanderung auf dem Cami de Ronda. Abends ging es los und es regnete die ganze Nacht durch. Beim Frühstück im Hotel fielen noch die letzten Tropfen, dann blieb es trotz anfänglicher Wolkendecke trocken.

Dafür war es natürlich generell nicht mehr so warm. In der Sonne und während des Laufens waren mein T-Shirt und meine lange Leggins ideal. Bei Pausen und sobald die Sonne unterging wurde es allerdings oft so kalt, dass ich sogar mit Schal, Fleece- und dichter Regenjacke noch fror. Und die Sonne geht in Spanien im November früh unter, zwischen 17 und 18 Uhr wurde es meist stockdunkel. Die Unterkünfte entlang des Cami de Ronda hatten zum Glück alle Heizungen.

 

Spanien im Herbst kann viel Regen bringen
Pfütze nach einer regenreichen Nacht

 


 

7) Ist der November empfehlenswert für die Wanderung oder nicht?

 

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich für den Cami de Ronda einen früheren Monat wählen. Ich denke Ende September/Anfang Oktober lässt es sich an der Costa Brava noch mit viel mehr Sonne und warmem Meer wandern. Gerade Letzteres hat mir im November oft gefehlt.

Gleichzeitig ist die Region zu dieser Zeit schon nicht mehr so überlaufen, ohne bereits wie ausgestorben zu sein. Hat man aber nun mal erst im November Urlaub und will sich auf eine atemberaubende Wanderung in einem wunderschönen Land begeben, dann kann ich nur sagen: Ab zum Cami de Ronda!

 

!!Vorsicht: Auf der Strecke von Begur nach L’Estartit müssen ein Wasserlauf und ein Fluss durchquert werden. Der Wasserstand war im November viel zu hoch. Den Wasserlauf konnte ich noch gerade so durchqueren, das Wasser reichte mir bis über die Knie. Sollte das bei euch auch so sein ist die einzige Alternative, dem Fluss entlang immer weiter geradeaus ins Landesinnere zu folgen. Dies führt euch nach etwa 2 Stunden bis zu einer Brücke, nun befindet ihr euch auf dem GR92. Überquert ihr den Fluss nun auf dieser Brücke gelangt ihr in die Stadt „Torroella de Montgrí“. Von hier fahren mehrmals täglich Busse nach L’Estartit. Zu Fuß wären es noch weitere 3 Stunden!

 


 

8) Gibt es auf dem Weg Toiletten?

 

Klar, Frauenfrage: Ja und Nein. Im Sommer gibt es an allen Stränden Toilettenhäuschen – und Strände gibt es entlang des Cami de Ronda viele. Im Herbst jedoch war die Situation eine ganz andere. Zumindest im November wirkten viele Gegenden entlang des Weges wie ausgestorben. Ich habe zwar viele Schilder gesehen, aber niemals die dazugehörigen Toilettenhäuschen. Leider gab es auch nicht immer Cafés, auf die man ausweichen konnte.

 

An folgenden Orten zwischen den Etappenzielen des Cami de Ronda gab es Toiletten:

 

  • Tossa – Sant Feliu: Keine Toiletten
  • Sant Feliu – Palamós: Cafés am Platja D’aro
  • Palamos – Begur: öffentliche Toilette und Cafés/Restaurans in Palafrugell
  • Begur – L’Estartit: Auf dem letzten Abschnitt durch die Dünen gibt es nach einer Weile auf der linken Seite einen Parkplatz mit Toilettenhäuschen
  • L’Estartit – L’Escala: Keine Toiletten

 


 

9) Und Supermärkte?

 

An jedem Etappenziel gab es mittlere bis große Supermärkte.

 


 

10) Spanisch oder Englisch?

 

Tatsächlich konnten die Besitzer der kleineren Bed&Breakfasts nicht immer Englisch oder nur wenige Brocken. Mit den wichtigsten Sätzen Spanisch kommt man sicherlich schon sehr viel weiter, und die Spanier sind mir stets als sehr geduldig und nachsichtig aufgefallen, wenn es um ihre eigene Sprache ging.

Ich selbst habe vor der Wanderung angefangen etwas Spanisch zu lernen. Mir dabei geholfen hat übrigens das „Komplett-Paket Spanisch“ von Langenscheidt. Das machte richtig Freude und trainierte noch dazu dank Audio-CDs auch das Sprachgefühl.

 

 


 

11) Wie steht es um die Sicherheit?

 

Ich habe mich als allein wandernde Frau zu jeder Zeit und überall sehr sicher gefühlt. Man trifft immer mal wieder einheimische Wanderer, bei denen der Cami de Ronda sehr beliebt ist. Nur beim Wandern selbst sollte man aufmerksam sein und an Tagen mit sehr starkem Regen oder Stürmen natürlich lieber den Bus nehmen. Sonst hat es sich am Ende nicht nur mit dem Cami de Ronda erledigt.

 


 

12) Budget & Unterkünfte?

 

Meine durchschnittlichen Kosten entlang des Weges für Hotel, Selbstverpflegung, zweimal Restaurant und zwei Bustransfers betrugen, auf 8 Tage verteilt (Ankunft Tossa de Mar – Abreise Cadaqués), 57,37 € / Tag. Dieses für mich hohe Tagesbudget liegt vor allem an den genutzten Hotels.

Beachtet bitte, dass es entlang des Cami de Ronda in der Nebensaison keinerlei Hostels gibt. Campingplätze waren im November auch alle geschlossen, davon gab es aber einige. Am häufigsten sind an der Costa Brava Hotels*. Im November war die Auswahl zwar begrenzt, im Sommer (v.A. Juli/August, Anfang September) sind dagegen zahlreiche Hotels buchbar.

 

Weiterführende Artikel:

 

♦ Hier findet ihr meine Reisekosten und das benötigte Budget für Spanien
Hier findet ihr meine Tipps und Empfehlungen zu Unterkünften entlang des Cami de Ronda

 


 

13) Abschließende Worte

 

Zum Abschluss bleiben die Erinnerungen an eine wunderschöne Wanderung auf dem atemberaubenden Cami de Ronda an der Costa Brava. Lasst euch von der Wirkung der steilen Klippen, des wilden Meeres, der schmucken Städtchen und der Traumstände am besten selbst überzeugen: Ich kann die Wanderung wirklich empfehlen!

 

Weiterführende Artikel:

 

♦ In meiner Fotohommage an den Cami de Ronda könnt ihr Eindrücke sammeln, was euch auf dem Weg erwartet
 Sherry von dem englischen Blog Ottsworld ist den Cami de Ronda auch gelaufen und berichtet davon
♦ Bei Karin von HikeKarin könnt ihr viele Fotos von einer Tageswanderung auf dem Cami de Ronda finden

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1 Kommentare für “Wandern auf dem Cami de Ronda an der Costa Brava

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