Thessaloniki: Griechenlands zweitgrößte Stadt mit wenig Geld erleben

Thessaloniki liegt im Norden Griechenlands und ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Auf den ersten Blick vielleicht nichts Besonderes, erkennt man als Backpacker schnell, wie viel diese Stadt zu bieten hat: Ein reges Nachtleben, tausende Studenten, eine große alternative Szene, Cafés ohne Ende, Ruhezonen und freundliche Menschen. Wie ihr die Stadt noch dazu mit wenig Geld erleben könnt, erkläre ich euch in diesem Artikel.

 


 

Thessalonikis beste Aussicht

 

Wer nach Thessaloniki reist, kommt kaum an einer der Hauptsehenswürdigkeiten vorbei: Dem weißen Turm. Viele glauben, von dort auch die beste Aussicht über die Stadt zu erhaschen. Für den Aufstieg muss man jedoch 4 € Eintritt zahlen, und die beste Aussicht der Stadt? Mitnichten!

Diese gibt es, ganz umsonst, von der Ano Poli – der Altstadt Thessalonikis, auch „upper city“ genannt. Dort ziehen sich alte Byzanthinische Stadtmauern durch die Straßen. An vielen Stellen könnt ihr diese hinaufklettern und habt so einen unheimlich weiten, freien Blick über die gesamte Stadt bis hin zum Meer.

Der beste Zeitpunkt, um hierherzukommen ist übrigens zum Sonnenuntergang, wo sich auch viele Einheimische mit Bier und Gesellschaft auf den Mauerresten niederlassen und das traumhafte Farbenspiel beobachten.

 

Kostenpunkt: Nada.

 

 


 

Schönster Spaziergang in Thessaloniki

 

Wer aus dem lebhaften Treiben der Altstadt Thessalonikis einmal raus möchte, sollte sich das Waldgebiet rund um den Zoo anschauen. Dort warten gepflegte Wanderwege, die für jedermann gut machbar sind, zahlreiche Picknicktische mit Ausblick auf die Stadt, Ruhe und Idylle.

Dabei lernt ihr Thessaloniki also einmal von einer ganz anderen Seite kennen.

 

Kostenpunkt: Nada.

 

 


 

Thessalonikis kostenlose Hafenrundfahrt

 

Liebt ihr den Wind in euren Haaren und das Gefühl von Wellen, die euch tragen, genau so sehr wie ich? Dann kann ich euch eine kostenlose Hafenrundfahrt in Thessaloniki empfehlen.

Unweit vom Weißen Turm entfernt liegen große, hölzerne Segelboote. Sie sind nicht zu übersehen und oft hört man schon von weitem ihre Musik.

Die Schiffe legen etwa halbstündlich ab, um für knapp 40 Minuten einmal die Uferpromenade entlang und zurück zu schippern. Zwar ist das nicht riesig spektakulär, aber eine schöne Abwechslung.

Ihr müsst auf dem Boot lediglich für einen Drink bezahlen. Perfekt also dann, wenn ihr ohnehin durstig seid und das Ganze mit einer Schifffahrt verbinden wollt.

 

Kostenpunkt für das Getränk: Etwa 4 €.

 

 


 

Gutes Essen günstig genießen in Thessaloniki

 

Zuallererst lässt sich in Thessaloniki bei Getränken sparen. Wasser gibt es in jedem Restaurant und auch beim Bestellen von Drinks umsonst dazu. Bei letzterer Variante erhaltet ihr sogar Snacks, meistens Nüsse. Das Leitungswasser in Thessaloniki ist ebenfalls trinkbar.

Wer ansonsten befürchtet, dass es authentisches, griechisches Essen nur in teuren Restaurants gibt, darf aufatmen. Immer gut geht ein Einkauf in den griechischen Bäckereien, wo sich beispielsweise Sesamkringel oder Blätterteig-Spinat-Gebäck anbieten. Dazu könnt ihr beispielsweise im Supermarkt an der Käsetheke frischen Tzatziki und Oliven bekommen. Köstlich!

In kleineren Imbissbuden bekommt ihr außerdem den typisch griechischen Pita-Wrap. Quasi wie bei unserem Döner werden da Gyros, Gemüse und in der Regel Pommes in Pitabrot eingerollt. Ein Essen, von dem ich mich zwei Wochen lang fast täglich ernährt habe und welches ich nie Leid wurde. Das Ganze kostet noch dazu fast nichts.

Das tollste Getränk Griechenlands ist übrigens der Frappe, ein Eiscafé.

 

Kostenpunkt: Wenige Euro, und den Hunger kostet’s euch auch!

 

 


 

Kunst umsonst in Thessaloniki

 

Wer Geld für Museen oder Kunstausstellungen sparen möchte, sollte beim Laufen entlang Thessalonikis Straßen einfach die Augen offen halten. Die ganze Stadt ist voller Graffitis. Nicht alle davon sind schön (was man über tausende Euro teure Gemälde auch nicht immer sagen kann), aber in jedem Fall sind alle bunt.

Und andererseits gibt es da diese fabelhaften Wandbemalungen, die leicht politisch-kritischen Malereien und die kleinen Bilder, die einen grinsen lassen. Wieso viel Geld für ein Museum ausgeben, wenn diese Streetart doch viel eher das authentische Gesicht der Stadt und seiner Menschen zeigt?

 

Kostenpunkt: Nada.

 

 


 

Thessalonikis Café- und Barszene

 

Fairerweise sollte ich hier anmerken, dass dieser Aspekt der lebendigen Stadt zum Geldausgeben verführt. Allerdings auch mit gutem Recht.

Thessaloniki hat unheimlich viele schöne, gemütliche und besondere Cafés und Bars. Wo man auch geht und steht stößt man auf schattige Stühle, Blümchen auf den Tischen, Blumenkästen an den Eingängen und mit bunten Kissen bestückte Sitzbänke.

Besonders viele Bars findet ihr im Viertel Ladadika, welches vornehmlich durch die vielen Studenten der Stadt geprägt ist. Das macht es zu einem abwechslungsreichen, verhältnismäßig günstigem und hippen Viertel. Selbst tagsüber lohnt es sich, durch die Straßen und Gassen zu schlendern und hier einen Café oder ein kühles griechisches Bier zu sich zu nehmen.

Natürlich findet ihr auch entlang der Uferpromenade zahlreiche schnuckelige und schicke Cafès und Restaurants.

 

Kostenpunkt: Abhängig von euch – Gefahr des Geldausgebens besteht jedoch ;-).

 

 

 


 

Zusammenfassende Informationen über Thessaloniki

 

Anreise:

Thessaloniki besitzt einen eigenen Flughafen (SKG). Von dort bringt euch ein Bus für gerade mal 2€ in die Innenstadt.

Aus dem Inland könnt ihr mit Langstreckenbussen (Hier) oder dem Zug (Hier) anreisen.

Fortbewegung vor Ort:

In Thessaloniki gibt es keine Straßenbahnen, aber viele Busse. Nach Ano Poli nehmt ihr am besten Bus Nummer 2 , welcher zu Stoßzeiten leider recht voll werden kann. Tickets könnt ihr im Bus am Automaten lösen.

Innerhalb des Zentrums sind eure eigenen Füße das beste Transportmedium.

Wie lange:

An einem Tag könnt ihr das Zentrum Thessalonikis wunderbar erkunden. Wollt ihr auch ein wenig das Umfeld kennenlernen, solltet ihr mindestens 1 1/2 Tage einplanen – also in jedem Fall 2 Nächte. Von Thessaloniki könnt ihr außerdem Tagesausflüge zu schönen Stränden machen, für die ihr einen weiteren Tag einplanen müsst.

Wann:

Umgeht in jedem Fall die Hauptsaison. Es wird brüllend heiß. Da macht es wahrlich keine Freude, in vollen Bussen zu stehen oder durch die Stadt zu laufen. Ideale Reisemonate für Thessaloniki sind wohl Juni/Juli und September/Oktober. Dank der Studenten ist hier alljährlich was los.

Strom & Internet:

Internet gibt es in den meisten Cafés und Restaurants und in den Unterkünften. Seit Juni 2017 ist Daten-Roaming am Smartphone im EU-Ausland zudem kostenlos.

In Griechenland werden die gleichen Stecker verwendet, wie bei uns.

Was tun:

Den Sonnenuntergang von den Byzanthinischen Stadtmauern aus beobachten, die lebhafte Amtosphäre genießen, in eines der Cafés einkehren, abends was trinken gehen und all die kostenlosen/preiswerten Möglichkeiten der Stadt auskosten.

Was essen:

Gönnt euch unbedingt einen Frappe! Sehr lecker und toll erfrischend.

Immer wieder lecker ist der einfache Pita Wrap, und über frischen Tzatziki geht kaum etwas.

Eine kleine, entspannte und gemütliche Bar für den Abend ist übrigens das Mr. Jones.

Wo schlafen:

Ich schlief im Crossroads Hostel* in der Ano Poli, gleich neben der Byzanthinischen Stadtmauer. Ein sehr tolles Hostel mit gemütlichem Aufenthaltsbereich, kleinen und hellen Zimmern und sehr netten Besitzern.

In Thessaloniki gibt es aber auch noch weitere Hostels* und einige Hotels* in verschiedenen Preisklassen. Im Sommer steigen die Zimmerpreise deutlich an, wenn auch nicht ganz so stark wie auf den Inseln im Süden.

Wie viel kostet..

  • das Hostel: ca 15€/Nacht
  • ein Busticket: 1 €
  • 0,5l Bier: 3 €
  • belegter Sesamkringel: 1,30 €
  • Eintritt White Tower: 4 €

Touristeninformation und Karte:

Hier geht es zur Seite der Touristeninformation in Thessaloniki.

 

 


 

Abschließende Worte

 

Thessaloniki ist den meisten Touristen kaum ein Begriff. Damit tut man der Stadt allerdings Unrecht, denn mit ihrer lockeren, freundlichen Atmosphäre schlägt sie einen schnell in den Bann. Noch dazu lässt es sich hier auch mit wenig Geld einige Tage gut aushalten. Eine totale Empfehlung meinerseits für jeden Griechenland-Backpacker :-)!

 

Weiterführende Artikel:

 

♦ Elke von Meerblog hat Thessaloniki auch in Begleitung einer Einheimischen erlebt und mehr über die Stadt und das Leben dort erfahren
♦ Stella von Weltenbummlermag erlebte ihre erste Solo- und Griechenlandreise in Thessaloniki
♦ Christine von Lilies-Diary hält noch weitere Tipps und Erlebnisberichte über Thessaloniki bereit

 

Warst Du schonmal in Thessaloniki? Welchen Eindruck hattest Du von der Stadt? Ich freue mich auf deinen Kommentar  :-)!

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