Malaria in Indonesien Mückenschwarm

Malaria in Indonesien: Wie Du dich davor schützen kannst

Wer nach Indonesien reist, muss sich früher oder später die Frage stellen, wie er mit dem Malariarisiko dort umgeht. Wie sieht ein effektiver Malariaschutz aus? Malaria-Prophylaxe oder nicht? Moskitonetz mitnehmen? Welches ist das Mückenspray der Wahl? Fragen über Fragen.

 


 

Malaria: Risiko in Indonesien

 
 
Ein Malariarisiko gibt es überwiegend in den tropischen Regionen der Welt. Bei schlechter Hygiene und schlechter medizinischer Versorgung kann sich der Erreger umso besser ausbreiten. Mücken, die einen an Malaria Erkrankten stechen, tragen den Erreger weiter bis zum nächsten menschlichen Zwischenwirt, den sie stechen.

In vielen Ländern können sich die Menschen eine konsequente Expositionsprophylaxe oder medizinische Versorgung beim Eintritt einer Malariainfektion häufig nicht leisten. Der Erreger wird also nicht ausreichend bekämpft, sondern kann sich leicht verbreiten.

Durch das für die Mücken ideale tropische Klima und weitere Faktoren wird die Fortpflanzung der Mücken und somit die Ausbreitung des Malariaerregers um ein weiteres begünstigt.

 

All diese Faktoren treffen auch auf Indonesien zu.

 

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Malariaerkrankungen in Indonesien zugenommen, vor allem auf Bali und Java. Das Malariarisiko kann sich jedoch von Jahr zu Jahr ändern, weshalb ihr euch vor jeder Reise nach Indonesien neu informieren solltet.

 

So ist das Malariarisiko in Indonesien derzeit einzuschätzen (lt. Auswärtiges Amt, Stand Juni 2017):

 

  • Hohes Risiko: Tiefe Gebiete von Papua, Molukken, die Inseln östlich von Lombok
  • Mittleres Risiko: Sumatra, Kalimantan (Borneo), Sulawesi, Hochland von West-Papua (Insel Neuguinea), sowie auf den übrigen Inseln mit Ausnahme von Java, Bali und Lombok
  • Geringes Risiko: Java, Bali und Lombok.

 


 

Wie gefährlich ist Malaria?

 
 
Malaria kann tödlich enden. Das macht erstmal große Angst, man gerät bei beginnendem Fieber schnell in Panik.

Das Allerwichtigste ist deshalb, bei auftretenden Beschwerden so früh wie möglich einen Arzt aufzusuchen.

Die Beschwerden können dabei vielfältig sein, typisch ist jedoch Fieber über 38°C, welches bei der schwersten Form der Malaria täglich auftritt, bei anderen Formen alle 2 oder 3 Tage.

Dabei endet Malaria für Deutsche nur sehr selten tödlich. Wenn doch, dann liegt das ein einem Nichterkennen der Erkrankung oder einer fehlerhaften Therapie. In der Regel lassen die Symptome bei einer zielgerichteten Therapie schnell nach und die Krankheit verläuft anschließend kaum mehr spürbar. Lediglich Sport solltet ihr derweil sein lassen.

Als „reiche“ Touristen mit hoffentlich guter Auslandskrankenversicherung werdet ihr in Indonesien gerne und schnell behandelt und eine gute Versorgung bekommen.

Außerdem ist Malaria bei guter Expositionsprophylaxe nach wie vor selten. Krankheitssymptome beim Reisen haben meist andere Ursachen.

 

Zitat „Fit for Travel”: Jede Malaria ist heilbar, sofern sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird! 

 

 


 

Malariaschutz: Expositionsprophylaxe für Indonesien

 
 
Das erste und gleichzeitig wichtigste Standbein des sicheren Malariaschutzes ist die sogenannte Expositionsprophylaxe. Das bedeutet: Man gibt den Mücken gar nicht erst die Chance, einen zu stechen. Ein 100%iger Schutz vor Stechmücken bedeutet ein 100%iger Schutz vor Malaria!

 

Tipps zum Schutz vor Mückenstichen in Indonesien

 

  • Ein absolutes Muss: Mückenspray!
  • Trage abends lange Kleidung
  • Schlafe wenn möglich in Zimmern mit Klimaanlage, Mücken fliegen nicht in kältere Räume!
  • Auch starker Wind kann Mücken fernhalten (Ventilatoren)
  • Nutze Räucherspiralen oder Mückenstecker als Alternative zum Mückenspray
  • Ultrashall hilft nicht!
  • Gibt es in den Unterkünften Moskitonetze, untersuche sie auf Dichtigkeit
    • Klebe mögliche Löcher mit Tesafilm zu
  • Halte dich nachts nicht zu lange draußen auf, wenn du keine andere Möglichkeit des Mückenschutzes hast
  • Meine Erfahrung: Mit der Zeit wird man immer seltener gestochen
    • Ich brauchte nach 5 Wochen kein Mückenspray mehr, bekam dennoch keine neuen Stiche mehr
    • Grund dafür ist fraglich: Indonesisches Essen? Veränderung des Körpergeruchs?

 

 

Mückenspray als Schutz vor Malaria: Welches sollte ich mitnehmen?

 

Meine Antwort: Keins.

 

Klar kannst du zu Hause viel Geld für Autan, AntiBrumm oder NoBite ausgeben. Mit dem Mückenspray ist es meiner Erfahrung nach allerdings wie mit dem Deo: Irgendwie sind die deutschen Produkte nicht wirklich Indonesientauglich.

Auch ich hatte Mückenspray aus Deutschland mitgebracht. AntiBrumm. Es stank, klebte fürchterlich und half mehr schlecht als recht. Ich hatte 10€ in das Spray investiert, aber vor Stichen schützte es mich nur begrenzt.

 

Kaufe stattdessen Mückenspray in Indonesien!

 

Ein Gang in einen indonesischen Laden brachte mir dann die Offenbarung.

Das Wundermittel namens „Soffel„. Ulkiger Name, klare Flüssigkeit, hübsch anzusehendes Fläschchen. Und davor sollen Mücken sich fürchten?

In der Tat, die fürchten sich. Das Spray klebt nicht, riecht angenehm, ist ergiebig und kostet gerade mal um die 1 €.

Ich wollte es auch nicht glauben, aber nach dem Kauf des Sprays hatte ich keinen einzigen Mückenstich mehr.

 

 

Moskitonetz als Schutz vor Malaria: Gehört eins bei einer Indonesienreise ins Gepäck?

 

Ich habe tagelang ein geeignetes Moskitonetz im Internet und im Geschäft gesucht, als ich meine Indonesienreise plante. Für mich ging es das erste Mal in die Tropen – in Gebiete mit Malaria – und da brauchte man doch ganz sicher ein Moskitonetz!

Das sollte natürlich möglichst leicht sein, dicht genug auch für kleine Mücken, reißfest. Wie ich das dann vor Ort anbringen sollte, ohne Nägel in die Decke zu hauen (wohlgemerkt: Leiterlos!), war mir allerdings auch dann noch schleierhaft, als ich bereits eins gekauft und im Rucksack verstaut hatte.

Nach 4 Wochen in Indonesien ließ ich mein Moskitonetz schließlich in der Unterkunft liegen. Auch in den 2 Monaten danach sollte ich es nicht ein einziges Mal brauchen oder vermissen.

 

Das Endergebnis: Ein mitgebrachtes Moskitonetz als Mückenschutz ist emfinde ich in Indonesien als überflüssig.

 

Andere werden sagen, dass ein Moskitonetz der sicherste Schutz vor Malaria und Mückenstichen ist. Ich habe jedoch folgendes festgestellt:

Die meisten Unterkünfte mit eigenem Bett haben Moskitonetze vorinstalliert. Im Mehrbettzimmer in Hostels gibt es meistens Klimaanlagen. Sonst halten Ventilatoren die Stechbiester auf Abstand.

Dort, wo es weder Moskitonetze noch Klimanlagen oder Ventilatoren gibt, ist es nachts meist eh zu kalt für die Mücken. Und sonst bleibt ja immer noch das gute indonesische Mückenspray.

 


 

Malariaschutz: Malariaprophylaxe durch Medikamente

 
 
Das zweite Standbein des Schutzes gegen Malaria ist neben der Expositionsprophylaxe die Prophylaxe durch Medikamente.

 

Malariaprophylaxe durch Medikamente: In Indonesien sinnvoll oder nicht?

 

Zuerst einmal: Mittel gegen Malaria sind kein Pappenstiel.

Sie haben eine lange Liste an Nebenwirkungen, teilweise schwerwiegende. Abgesehen davon bietet keine Malariaprophylaxe einen 100%igen Schutz vor Malaria. Die besten Mittel kommen auf 90%, andere liegen sogar darunter. Der alltägliche Malariachutz sollte deshalb immer beachtet werden! Ziemlich teuer ist der ganze Spaß auch noch.

Aus oben genannten Gründen wird heute die medikamentöse Malariaprophylaxe für viele Länder nicht mehr empfohlen. Das gilt auch für weite Teile Indonesiens.

Stattdessen wird häufig zu einer sogenannten Standby-Medikation geraten. Diese landet in der Reiseapotheke und wird dementsprechend auch nur in akuten Fällen eingenommen.

Prinzipiell gilt jedoch, jedes Malariamittel vorher mit einem fachmännischen Arzt (am besten ein Tropenmediziner) zu besprechen und mit seiner Hilfe die Prophylaxe gegen Malaria individuell auf die Person und das Reiseziel abzustimmen!

 

Die Schwächen einer Standby-Medikation für Indonesien

 

Die Standby-Medikation sollte dann eingenommen werden, wenn Fieber über 38°C auftritt, bei dem man sich bereits seit mindestens einer Woche im Malariagebiet aufhält.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Weder setzt man seinen Körper schon vor der Reise wochenlang starken Medikamenten aus, noch muss man über einen langen Zeitraum viel Geld in die Malariamedikamente stecken. Auch in entlegeneren Gegenden hat man mit der Standby-Medikation immer ein Mittel gegen Malaria dabei.

 

Dem gegenüber stehen jedoch folgende Nachteile und Risiken:

 

  • Die Standby-Medikation könnte aus einer Panik heraus von Laien ohne ausreichenden Grund genommen werden, beispielsweise bei Fieber in den ersten drei Tagen der Reise oder bei Temperaturen, die noch unter 38°C liegen
  • Gut 80 % der vermuteten Malaria-Symptome haben andere Ursachen und würden dann falsch, zu spät oder gar nicht behandelt werden
  • Eine Verträglichkeit des Standby-Medikamentes ist nicht gesichert und kann bei Ersteinnahme zu schwerwiegenden, dann unkontrollierten Nebenwirkungen führen
  • Im Reiseland werden eventuell die Standby-Medikamente, beispielsweise bei Nichtgebrauch am Ende der Reise, weitergegeben
    • Die neuen Besitzer sind weder in den Gebrauch der Medikamente eingewiesen, noch ist das Medikament auf sie abgestimmt. Das kann unter anderem bei Vorerkrankungen sehr gefährlich werden
  • Der Malariaerreger spricht eventuell nicht auf das jeweilige Standby-Medikament an oder hat bereits Resistenzen dagegen entwickelt. Gerade bei Langzeitreisen in verschiedene Länder besteht dieses Risiko.

 

IMMER solltet ihr in Indonesien zügig einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Fieber habt! 

 

Gleich, ob ihr eine regelmäßige Malariaprophylaxe genommen oder eine Standby-Medikation dabei habt. Selbst, wenn ihr euch bereits mit dem Standby selbstmediziert habt, ist das Aufsuchen eines Arztes in Indonesien angebracht.

Es gilt, zu überprüfen, ob wirklich eine Malariaerkankung vorliegt und welcher Art sie ist.

Aber vor allem stehe ich sehr überzeugt hinter folgender Aussage:

 

Die Ärzte und Pflegekräfte in Indonesien haben weitaus mehr Erfahrung mit Malaria als die meisten Spezialisten in Deutschland.

 

Sie haben beinahe täglich damit zu tun. Wie oft kommen Malariafälle nach Deutschland? Sehr selten! Vor Ort werdet ihr die passenden Medikamente und die richtige Versorgung erhalten.

Dabei habt ihr, wie bereits erwähnt, als Touristen das Geld (und hoffentlich eine gute Auslandskrankeversicherung), um euch diese leisten zu können.

 


 

Abschließende Worte

 
 
Meiner Meinung nach ist Malaria auch in Indonesien eine ernstzunehmende Erkankung. Gleichzeitig jedoch sollte Ruhe bewahrt werden. Wer sich im Alltag ausgiebig vor Mückenstichen schützt, eine gute Auslandskrankenversicherung besitzt sowie bei auftretenden Symptomen einen Arzt konsultiert, ist bereits gut aufgestellt. Vor allem jedoch sollte bereits vor dem Antritt einer Indonesienreise ein Tropenmediziner zu Rate gezogen werden.

 

Weiterführende Artikel:

 

♦ Bei Indojunkie findet ihr ein Interview mit einem Infektiologen und Tropenmediziner über Dengue und Malaria
♦ Marcel von Home is where your Bag is geht auf seine Erfahrungen mit dem Malariarisiko auf Lombok ein
♦ Kai von Backpacker-Weltreise beleuchtet die unterschiedlichen Malariemedikamente einmal genauer

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