Auf den Spuren alter Zeiten in Nîmes

Nîmes ist eine Stadt in Südfrankreich und Hauptstadt des Departement Gards. Ihre Geschichte reicht zurück bis in die Zeit vor Christus und auf ihren Straßen lassen sich noch heute sehr gut erhaltene Überreste der römischen Herrschaft finden, die die Baukunst, den Reichtum und das Alltagsleben der Römer sehr schön veranschaulichen. Für mich der Hauptgrund, weshalb ein Besuch in Nîmes sich durchaus lohnt.

 


 

1) Das besterhaltene Amphitheater der Welt

 

Wer glaubt, das Amphitheater in Rom sei DAS Amphitheater schlechthin, der ist wohl noch nicht in Nîmes gewesen. Es erstaunt, dass das Amphitheater – die Arènes – noch aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammt. Es wirkt einfach zu unversehrt.

Heute finden in den alten Mauern häufig Konzerte statt. Zu großen Festivals in der Stadt gibt es hier noch hin und wieder unblutige Stierkämpfe, wobei die Stiere also nicht verletzt werden. Früher war das natürlich anders, und kleine Ausstellungsräume in den Gewölben des Amphitheaters zeigen Videos und Ausstellungsstücke über die Tradition des Stierkampfes.

 

 

Das Hauptaugenmerk liegt selbstverständlich jedoch auf den Gladiatorenkämpfen, die während des römischen Reiches der Belustigung der Bevölkerung dienten.

Ich kann den Besuch des Amphitheaters wärmstens empfehlen. Ich selbst hatte eine Audioguide-Tour gemacht. Ehrlicherweise habe ich immer mal Teile übersprungen, weil nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch Geschichten erzählt und das alltägliche Leben im römischen Reich veranschaulicht werden. Trotzdem, oder auch gerade deshalb, fand ich den Audioguide als Ergänzung zu den Informationstafeln im Amphitheater sehr aufschlussreich. Ich erfuhr so doch noch einmal viel Neues und konnte mit einigen festgefahrenen Vorstellungen über die Gladiatorenkämpfe aufräumen.

 

 

Information:

Der Eintritt in das Amphitheater mit Audioguide kostet 10 € für einen Erwachsenen und ist jeden Euro wert. Alternativ könnt ihr den „Pass Nîmes romaine“ für 13€ erwerben, der euch in Nîmes außerdem noch Zutritt zum Tempel (Maison Carrée) und zum Turm (Tour magne) im Park Jardins de la Fontaine ermöglicht. Diese Option würde ich empfehlen.

 


 

2) Der Tempel Maison Carrée

 

Ebenfalls aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. stammend, gilt auch der Tempel Maison Carrée als einer der besterhaltenen aus dem römischen Reich.

Er wirkt etwas verloren, wie er so ganz allein auf einem großen Platz steht, umringt von Häusern aus neuerer Zeit. Wer erwartet, im Inneren noch das Interior eines echten Tempels vorzufinden, wird leider enttäuscht.

 

Tempel Maison Carée in Nîmes

 

Trotzdem solltet ihr den Eintrittspreis meiner Meinung nach zahlen. Ihr bekommt dafür einen etwa 20-minütigen Film zu sehen, der euch die Geschichte Nîmes sehr informativ veranschaulicht. Danach werdet ihr den Monumenten des römischen Reiches in Nîmes sicher noch einmal anders begegnen.

Information:

Der Eintritt in den Tempel Maison Carrée kostet 6 € für einen Erwachsenen. Alternativ könnt ihr den „Pass Nîmes romaine“ für 13€ erwerben, der euch außerdem noch Zutritt zum Amphitheater und zum Turm (Tour magne) im Park Jardins de la Fontaine ermöglicht. Diese Option würde ich empfehlen.

 


 

3) Der Jardins de la Fontaine und der Tour Magne

 

Inmitten eines traumhaft schönen Parks, dem Jardin de la Fontaine, befindet sich der Tour Magne. Die älteste Bausubstanz stammt aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und fällt somit noch in die Zeit der Gallier. Die Römer nutzten die alten Mauern erst später, um daraus einen noch höheren und stärkeren Wachturm zu errichten, der am Ende 36 Meter hoch war.

 

nîmes turm tour magne

 

Für einen kleinen Bolus könnt ihr im Turm, der heute nur noch 32 Meter misst, die schmalen Treppen hinauf steigen und zu einer Aussichtsplattform gelangen. Von hier habt hier einen großartigen Blick über die Stadt.

Bei gutem Wetter solltet ihr euch außerdem nicht einen Spaziergang durch den schönen Park Jardin de la Fontaine entgehen lassen. Picknicktische und schattige Bänke laden zum Verweilen ein. Der Park ist etwas verwinkelt und zahlreiche weiße Statuen und große Vasen zieren ihn.

Besonders beeindruckend ist die wunderschöne Treppe mit den davor liegenden Wasserbecken, auf die man von der Straße Quai de la Fontaine zuläuft.

 

 

Falls ihr von Überbleibseln der Antike noch nicht genug habt, könnt ihr euch im Jardin de la Fontaine auch die Ruinen des Tempels „Temple de Diane“ anschauen.

 

 

Information:

Der Eintritt in den Turm Tour Magne kostet 3,50 € für einen Erwachsenen. Alternativ könnt ihr den „Pass Nîmes romaine“ für 13€ erwerben, der euch außerdem noch Zutritt zum Amphitheater und zum Tempel (Maison Carée) ermöglicht. Diese Option würde ich empfehlen.

 


 

4) Wanderung zum Clos Gaillard

 

Das Clos Gaillard ist ein 264 Hektar großes Naturgebiet nordwestlich von Nîmes, eine wunderschöne, waldige Region zum Wandern oder Picknicken.

 

 

Darüber hinaus gibt es hier noch Überreste prähistorischer Dörfer, über die kleine Informationstafeln (leider nur auf französisch) aufklären.

Wenn ihr Geschichte mit Natur verbinden wollt, dann ist das Clos Gaillard genau der richtige Ort für euch.

 

 

Information:

Hier geht es zu einem französischen Informations-PDF mit ein paar Bildern vom Clos Gaillard.

Möchtet ihr zu Fuß zum Clos Gaillard gelangen bietet es sich an, der Streckenführung des GR 700 (rot-weiße Markierungen, manchmal gelbe Schilder) von Nîmes aus zu folgen. Dieser begegnet ihr am Quai de la Fontaine, von wo aus euch der GR 700 erstmal über die Rue de la Tour Magne zur Chemin de Tire Cul immer weiter bis zum und durch den Park Bois de Espeisses führt.  Die gesamte Wanderung bis zum Clos Gaillard dauert etwa 2 Stunden.

 

 


 

Zusammenfassende Informationen über Nîmes

 

Anreise:

Am besten mit dem Zug (Hier) oder dem Bus. FlixBus (Hier) bedient Nîmes von Frankreich und anderen europäischen Ländern aus.

Fortbewegung vor Ort:

Am besten zu Fuß oder mit dem lokalen Bus. Hier findet ihr eine Karte aller Linien und Haltestellen.

Was tun:

Sich in die Antike zurück versetzt fühlen, durch die Innenstadt bummeln, an einem Festival teilnehmen

Was essen:

Wie überall in Frankreich: Baguette

Lokale Lebensmittel von den Märkten oder aus den Hallen von Nîmes

Wo schlafen:

Es gibt in Nîmes kein Hostel als solches, dafür eine relativ große Jugendherberge.

In der Auberge de jeunesse Hi Nîmes gibt es eine gut ausgestattete Küche, einen Supermarkt etwa 8 Gehminuten entfernt, einen Garten und ein Frühstücksbuffet für 4,80€. Die Jugendherberge liegt etwa 20 bis 30 Gehminuten vom Zentrum Nîmes entfernt auf einem ruhigen Hügel.

Nîmes hat einige Hotels* zu fairen Preisen. Zu Festivalzeiten können die Hotels weit im Voraus ausgebucht und teurer sein.

Wie viel kostet:

  • die Jugendherberge: ab 17 € / Nacht
  • ein Busticket: 1,60 €
  • der Pass Nîmes romaine: 13 €

Touristeninformation und Karte:

Hier geht es zur Seite der Touristeninformation in Nîmes.

 


 

Abschließende Worte

 

Nîmes ist spürbar geprägt durch eine uralte Geschichte, die sogar in die Zeit bis vor Christus zurück reicht. In Nîmes Straßen lassen sich nicht nur Denkmäler der Antike bewundern, man kann sich auch leicht in den vielen Cafés und Restaurants verlieren. Und wenn ihr zur richtigen Zeit in Nîmes seid, könnt ihr auch noch eines der traditionsreichen Festivals mitnehmen, die Nîmes zwischendurch zur pulsierenden Touristenmetropole befördern.

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Interessierst Du dich für Geschichte und könntest Dir vorstellen, bei einer Reise durch Frankreich einmal die Stadt Nîmes zu besuchen? Oder hast Du weitere Informationen und Empfehlungen, was man sich in der Stad noch anschauen sollte?

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