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Wanderpackliste für Südeuropa im Herbst

Im Folgenden stelle ich euch meine Wanderpackliste für eine Wanderung in Südeuropa im Herbst vor. Im November 2016 bin ich für 7 Tage am Cami de Ronda entlang der Costa Brava in Spanien gewandert. Kombiniert war diese Wanderung allerdings mit Aufenthalten im Madrid und Barcelona, so dass ich nicht nur Wanderausrüstung, sondern auch alltagstaugliche Kleidung dabei hatte. Die Wanderpackliste ist in jedem Fall übertragbar auf die anderen südeuropäischen Länder wie Portugal, Italien oder Südfrankreich.

 


 

1) Sparsamer und Leichter geht’s immer – aber muss das sein?

 

Hoch im Trend ist heutzutage Ultraleicht-Trecking (z.B. gelebt von „Bergreif“). Das ist natürlich genial, wenn man wirklich nur leicht unterwegs sein möchte, kostet allerdings auch vor Allem viel Geld und verlangt Genügsamkeit. Und ich denke gerade am Anfang muss das noch nicht sein. Bevor ich auf meine erste Mehrtageswanderung ging, habe ich mich durch Foren und Blogs diesbezüglich gewälzt. Mich hat das beinahe kirre gemacht, weil ich immer das Gefühl hatte, mein Rucksack sei noch viel zu schwer. Und definitiv hätte ich auch dieses Mal weniger einpacken können (s. Ende des Artikels). Aber ich ging eben nicht auf eine Alpenüberquerung oder eine Wanderung im fernab gelegenen Djungel.

Meiner Meinung nach ist viel wichtiger, als ein super leichter Rucksack, etwas im Training zu sein. Damit tut man auch den Gelenken, Sehnen und Bändern einen Gefallen. Gerade den Beinen schadet es nicht, vor einer Wanderung bereits eine Weile mit Krafttraining konfrontiert zu werden, aber auch der Rücken freut sich darüber.

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass man zwar angenehmer mit wenig Gewicht wandert, den Rucksack aber ohnehin nach 2, 3 Tagen kaum noch wahrnimmt.

Abgesehen davon: Leichtere Ausrüstung könnt ihr immer noch mit der Zeit kaufen. Wenn ihr vor eurer ersten Wanderung steht und euch ohnehin einiges neu kaufen müsst, schadet es natürlich nicht, bereits aufs Gewicht zu achten. Aber wenn eine Regenjacke, die 300 Gramm wiegt, 190 € kostet, und eine, die 500 Gramm wiegt, 50 €, dann dürft ihr für den Anfang ruhig mal auf die 200 Gramm weniger verzichten – und das gesparte Geld für andere Dinge nutzen. So habe ich es auch für meine Wanderpackliste in Südeuropa gehandhabt.


 

2) Alltagskleidung und Wanderklamotten – ist beides nicht zu viel?

 

Wenn ihr schon mal in einem euch bisher unbekannten Land seid, dann möchtet vielleicht auch ihr eine Wanderung mit Städtetrips und Sightseeing verbinden. Und euch (für Frauen bestimmt mehr ein Thema als für die Männer) dabei auch mal schick machen.

Was ihr letztlich für eine Wanderung einpackt, hängt prinzipiell auch von euren eigenen Ansprüchen und Prioritäten ab. Wenn es euch nicht stört, dann könnt ihr selbstverständlich auch Abends mit Wanderhose, Latschen und Merinoshirt ins Restaurant. Es gibt genug Wanderer, die das auch so handhaben, oder Fahrradfahrer, die bei ihren Radtouren oft unterwegs wo einkehren oder sich Städte anschauen.

Ich bin da ganz ehrlich: Für mich ist das nichts. Ich brauche mindestens ein Outfit, in dem ich mich auch im Alltag wohl und vor allem nicht underdressed fühle. Deshalb habe ich bei meiner Wanderpackliste für Südeuropa auch nicht auf Alltagskleidung verzichtet.

Schnieke Abendgarderobe muss es dabei auch nicht sein, ja, die würde ich bei einer Wanderung sogar dringend zu Hause lassen. Aber eine normale Jeans (oder im Sommer eine sommerliche Stoffhose), zwei passable Freizeit T-Shirts (oder mehr) und ein etwas schickerer Pulli für die kühlen Abende dürfen in meinem Gepäck nicht fehlen.

Gut eignen sich im Übrigen für die Frauen Leggins bzw. schlichte Lauftights. Ich selbst wandere mit denen, man kann sie aber auch bei Kälte unter die Hose ziehen oder auch mit einem schönen Oberteil für die Freizeit kombinieren. Ein super All-Arounder.

 


 

3) Meine Wanderpackliste für Südeuropa im Herbst

 

Im Folgenden habe ich aufgelistet, was ich selbst bei meiner Wanderung in Südeuropa (Spanien) im Herbst dabei hatte. Ich kann diese Packliste so auch empfehlen und würde beim nächsten Mal mit wenigen Änderungen genau so packen.

Dinge, die ich mit blau markiert habe, trage ich in der Regel am Körper. Das heißt in den Händen (Wanderstöcke), am Bauchgurt (Kamera) oder eben wirklich am Körper (Kleidung). Diese sind also zwar in der Tabelle aufgeführt, zählen aber nicht zum Gesamtgewicht auf dem Rücken. Die Wanderstöcke hatte ich allerdings auch oft am Rucksack befestigt und nicht verwendet. Dann waren es 400 g mehr auf dem Rücken

Das Gesamtgewicht der Wanderpackliste ergibt sich aus dem unveränderbaren Basisgewicht (wird nicht weniger) plus den Gegenständen, die im Gewicht variieren (Proviant, Wasser). In der Regel bedeutet das, dass der Rucksack mit der Zeit leichter wird, denn wobei man morgens noch mit 1,5l Wasser startet, beendet man die Wanderung am selben Tag mir vielleicht noch 100 ml. Und auch Notproviant und Kosmetik werden von Tag zu Tag weniger. 

 

 


 

Mögliche Änderungen der Wanderpackliste für Südeuropa im Herbst

 

Wenn ich jetzt im Nachhinein nochmal packen würde, dann würde ich folgende Dinge weg lassen:

 

  • 1 Lauftight (nur 1 am Körper) -195g
  • 1 Wandershirt Merino (nur 1 am Körper) -110g
  • 1 Paar Wandersocken -40g
  • 1 Sport-BH -40g
  • Bikini -150g
  • Selfiestick -118g

 

Warum? Einfach, weil ich meine Kleidung ohnehin jeden Nachmittag/Abend in den Unterkünften wasche. Bei den verwendeten Materialien (Lauftight, Funktionsunterwäsche und Merino-Shirt) trocknet die auch über Nacht. Den Bikini konnte ich wegen der niedrigen Wassertemperatur nicht einsetzen, was im Spätherbst fast immer ein Problem sein wird! Ich würde an eurer Stelle nur einen mitnehmen, wenn ihr bereits Anfang Herbst nach Südeuropa reist. Ab Mitte Oktober lohnt er sich kaum noch.

Wenn ich all das zu hause gelassen hätte, hätte ich also nochmal 653g gespart und hätte damit ein Basisgewicht von 7,05 kg auf dem Rücken.

Nicht ultraleicht, aber vollkommen okay.

 


 

Abschließende Worte

 

Meiner Meinung nach ist es wenig sinnvoll, euch vor eurer ersten Mehrtageswanderung bereits mit Ultraleicht-Packing, Gewichtersparnis und Neukauf von Ausrüstung unter Druck zu setzen. Es schadet gewiss nicht, einen Blick auf das Gewicht eures Rucksacks zu haben und bei Möglichkeit auch mal 10 € mehr zu investieren, wenn ihr dadurch ein paar Hundert Gramm einspart. Die höchste Priorität sollte dies für eure Wanderpackliste allerdings erstmal nicht haben. Viel wichtiger ist es, dass ihr vor der Wanderung trainiert.

Cheryl Strayed, bekannt aus dem Buch „Wild“, hat angeblich 30kg auf ihrem Rücken getragen und das über hunderte von Meilen. Schön war das definitiv nicht – aber sie hat es geschafft. Man wächst eben an Herausforderungen ;-).

 

(Beitragsfoto: Rainer Sturm  / pixelio.de)

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