der richtige Rucksack Reiserucksack Backpack

Der richtige Reiserucksack – meine Empfehlungen für den Anfang

Kaum etwas ist bei einer Reise wichtiger, als ein vernünftiger, der Reise entsprechender Rucksack, im Reisejargon auch „Backpack“ (für den großen Freund auf dem Rücken) bzw. „Daypack“ (für den kleinen Alltagsgefährten) genannt.

Bitte bestellt nicht blind einen Rucksack im Internet. Ich zum Beispiel hatte vor meiner ersten Backpackingreise überhaupt keine Ahnung, worauf ich achten sollte, woran ich erkenne, ob ein Rucksack gut sitzt, wie groß er sein müsste. Geht am Besten in ein Fachgeschäft und lasst euch dort richtig beraten. Im Regelfall können die Mitarbeiter euch dort auch den Rucksack mit Gewichten beladen, so dass ihr ihn auch einmal voll bepackt testen könnt. Ihr erhaltet außerdem Tips zur richtigen Einstellung der Gurte und nützliche Empfehlungen, was ein Rucksack für eure Art der Reise bieten sollte. 

Ich selbst habe mittlerweile verschiedene Rucksäcke getestet und auch im Besitz, die ich je nach Situation nutze. Wie ihr seht ist meine Ausrüstung dabei sehr Decathlonlastig, da ich hier bisher bei niedrigen Preisen nahezu immer gute Erfahrung gemacht habe und ich persönlich gerade bei Rucksäcken die Einstellung habe, dass ich bei den ruckzuck entstehenden Gebrauchsspuren ungern mehrere Hundert Euro investiert haben möchte. Andere würden euch jedoch sagen, dass gerade hier so wenig wie möglich gespart werden solle.

Im Folgenden stelle ich euch jeweils 2 meiner Daypacks und 2 Backpacks vor, welche ich überwiegend auf meinen Reisen nutze.

 


 

Tagesrucksack – Mein Immermit

 

Für den Anfang kann ich einen 20l-Tagesrucksack empfehlen.
Dieses Volumen bietet genug Platz für Reiseführer, Kompaktkamera, Essen, Wasserflaschen, Jäckchen und co.

Falls ihr mal eine Wanderung oder einen Ausflug für ein oder zwei Nächte unternehmt sind 20l auch total ausreichend, um das Nötigste unter zu kriegen.
Hierbei habe ich festgestellt, dass 20l nicht immer gleich 20l sind. Je nach Form des Rucksackes kriege ich zumindest subjektiv mal mehr, mal weniger unter.

 

Hier nutze ich überwiegend folgenden Rucksack:

 

Daypack Immermit

Rucksack Forclaz 20 Air*

 

Der Forclaz 20 Air bietet meiner Meinung nach für einen 20l-Rucksack ungewohnt viel Platz. An den Außenseiten lassen sich im Netz Trinkflaschen anbringen, allerdings wird es mit einer 1,5l-Flasche schon sehr schwierig. Kleinere Flaschen sind hier besser.

Durch das Netz am Rücken fühlt sich der Rucksack wirklich sehr leicht und angenehm zu tragen an. Selbst wenn ich ihn bis oben hin mit Lebensmitteln vollgestopft habe macht sich das Gewicht auf dem Rücken kaum bemerkbar.

An heißen Tagen hilft das Belüftungssystem am Rücken auch ein wenig, dem enormen Schwitzen entgegen zu wirken, etwas, was ich gerade bei Rucksäcken im Sommer immer etwas unangenehm finde. Die Gurte sind stabil und gut gepolstert. Und in verschiedenen Farben kommt das Teil auch noch daher.

Wie schon erwähnt lässt sich dieser Rucksack auch gut für kurze Wanderungen einsetzen, sogar Wanderstöcke lassen sich auf Wunsch außen anbringen.

Ich nutze den Rucksack mittlerweile besonders für kurze Reisen, bei Wochenendtrips bis zu drei/vier Tagen nehme ich nur noch diesen Rucksack in Kombination mit einer kleinen Handtasche mit und habe darin trotzdem noch für jeden Tag ein Outfit, Reisekosmetik, Kindle, Kamera und ein paar nette Gimmicks unter gebracht.

Auch für längere Reisen in Kombination mit dem Backpack ist der Rucksack super, da ersetze ich ihn allerdings mittlerweile meistens durch den Rucksack, den ich euch im nächsten Punkt vorstelle.

Gut zu wissen: Decathlon bietet eine 10-Jahres-Garantie auf alle Rucksäcke. Auch auffällig schnelle Abnutzungserscheinungen lassen sich hiermit abdecken. Decathlon ist äußerst kundenfreundlich, also lasst euch nicht unbedingt vom niedrigen Preis der Rucksäcke abschrecken – ich kann bis jetzt nichts Negatives berichten.

 


 

Tagesrucksack – Mein Leichtgewicht

 

Meine erste Mehrtageswanderung stand an. Eine gute Lösung musste her, um auch für Sightseeing und Tage in Städten eine Transportmöglichkeit zu haben, ohne ansonsten viel zusätzliches Gewicht schleppen zu müssen.

 

Darf ich vorstellen:

 

faltbarer Rucksack Decathlon

Rucksack Apprenaz 20 Ultrakompakt*

 

Mein Ultrakompakter, faltbarer und wasserdichter 20l Rucksack.
Für den Preis von knapp 10€ unschlagbar.

Zusammengefaltet ist der Daypack kleiner als meine Hand (s. Bild). Das einzige, was der Rucksack nicht zu bieten hat, sind Innentaschen. In diesem Fall ist er also eher vergleichbar mit einem Drybag, dabei aber wesentlich leichter und kompakter.

Klar, manchmal stört mich das Gesuche im Inneren. Wenn das Handy mal wieder ganz unten liegt, unter der Trinkflasche, der Strickjacke, der Kamera und den Snacks. Aber nie so sehr, dass ich lieber einen wesentlich schwereren und sperrigeren Daypack mit auf eine mehrtägige Wanderung nehmen wollte.

Für wirklichen Kleinkram kann man dann übrigens doch eine Innentasche nutzen: Die Tasche, in die man den Rucksack am Ende wieder hinein stopft, liegt nach erfolgreichem Auspacken innen im Rucksack. Allerdings so weit oben, dass sich die Rucksacköffnung nicht mehr richtig zusammenfalten, ergo verschließen lässt, wenn dort zu viel drin ist.

 


 

Und wohin mit dem Tagesrucksack?

 

Das ist einfach Geschmackssacke und auch abhängig von der Art der Reise.

Sicherlich macht es bei längeren Wanderreisen in Verbindung mit Sightseeing Sinn, ein ganz leichtes, zusammenfaltbares Daypack dabei zu haben, das sich im Backpack verstauen lässt, denn Gewicht- und Platzersparnis sind hier entscheidend.

Kommt es auf einen Kilo mehr oder weniger nicht an, lohnt meiner Meinung nach dagegen ein komfortabler und gepolsterter Tagesrucksack.

Die meisten Backpacker, die ich erlebe, tragen ihr Daypack oder eine Handtasche zusätzlich zum Backpack vor dem Körper. So handhabe auch ich das bei normalen Reisen.

Ich weiß noch, dass ich mir ewig Gedanken über dieses Thema gemacht habe, bevor ich zum ersten Mal auf eine lange Reise ging.

Da dachte ich aber auch noch, dass ich gegebenenfalls stundenlang mit beiden Rucksäcken durch die Gegend stapfen würde. Das ist mir bis heute jedoch kaum passiert. Meistens geht es nur um die Strecken vom Bus zum Hostel, vom Hostel zum Bahnhof, vom Hafen eine halbe Stunde zum Bungalow.

Und selbst wenn ich doch einmal mit beiden Rucksäcken durch die Stadt schlendere, stört mich das Gewicht vor dem Körper überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich weiß meine Sachen so im Daypack vor Diebstahl geschützt und habe auch noch Wichtiges und Flüssigkeit stets griffbereit.

 


 

Reiserucksack – mein Begleiter für lange Reisen

 

Wieder griff ich auf die hier ansässige Decathlonfiliale zurück.
Mein Rucksack war der damalige Forclaz 50 (Leider nicht mehr im Sortiment). Wie bereits erwähnt hatte ich vor meiner ersten Reise lange überlegt, mir einen teuren Rucksack zuzulegen. Letztlich entschied ich mich dagegen und habe es bisher nicht bereut, nur 40€ für meinen Backpack ausgegeben zu haben.

Der Rucksack hat mit mir bereits 4 Monate Südostasien überstanden und mehrere andere Urlaube, bis jetzt lediglich mit minimalen Gebrauchsspuren (und das heißt bei SOA schon was). Er ist also wirklich sehr robust, dafür kein Leichtgewicht.

Ich bin mit dem Komfort sehr zufrieden, obgleich das möglicherweise bei teureren Marken noch besser geht. Der Rucksack hat verschiedene Taschen zur besseren Sortierung und ist geräumig. Wirklich super ist der Reißverschluss an der Vorderseite, mit dem man an das Innere des Rucksackes gelangt, ohne von oben alles heraus räumen zu müssen.

 

Leider wurde der Backpack seitens Decathlon überarbeitet und sieht mittlerweile so aus:

 

Diese neue Edition hat den Nachteil, dass der Reißverschluss an der Vorderseite, um das Innere des Rucksackes zu öffnen, nicht mehr so weit hinunter reicht. Wenn man direkt am Boden also Kleinkram verstaut haben sollte, muss man doch ein wenig wühlen. Ansonsten ist das Netz vorne etwas kleiner geworden und statt zwei seitlichen Gurten zum Zuziehen gibt es vorne nur noch einen in der Mitte.

Auch geändert hat sich oben die Öffnung des Rucksackes. Hatte man hier beim alten Rucksack einen dicht schließenden Stoffdeckel mit Reißverschluss bietet der neue Rucksack lediglich eine Kordel zum Zuziehen der „sackartigen“ Öffnung. Dies fällt m.Mn. nach zu Lasten der Ordnung, bietet andererseits aber etwas zusätzlichen Platz.

Ich kenne jemanden, der diese neue Edition besitzt und damit bisher auch sehr zufrieden ist.

 


 

Und 50l reichen?

 

Eine Frage, die ich mir vor meiner Reise mehr als nur einmal gestellt habe. Damals hatte ich unfassbar viel gelesen und recherchiert. Mittlerweile kann ich aufgrund eigener Erfahrung guten Gewissens sagen: 50l reichen dicke!

Wer in kalte oder sehr wechselhafte Gegenden fährt, vor hat zu Campen/Zelten und einen Schlafsack mitnehmen sowie Verpflegung für mehrere Tage mitnehmen muss, der braucht vielleicht mehr Volumen. Auch als Mann, denke ich, darf man ruhig bei 60l anfangen.

Ich als kleine Frau möchte mir aber keinen Bär schleppen. Abgesehen davon macht der Verzicht auf zu viel Luxus gerade den Charme und die Leichtigkeit beim Reisen aus. Als ich z.B. im Frühling für 2 Wochen im wechselhaften Irland war, habe ich statt meinen fünf Lieblingspullovern und meinen drei kuscheligsten und schönsten Strickjacken nur einen warmen Winterpulli mit genommen und eine Fleecejacke.

Am schönsten bist du sowieso dann, wenn du dich wohl fühlst, und das wird dir auf einer tollen Reise garantiert automatisch passieren ;-).

Waschen kann man in den meisten Backpackingländern auch immer wieder, ob es im Hostel, Gästehaus, in einem Waschsalon oder im Notfall per Hand im Waschbecken ist. Faustregel ist deshalb: Wenn man Klamotten für ungefähr 1 Woche mitnimmt, reicht das Volumen von 50l aus und man muss trotzdem nicht auf „kleine Extras“ wie Netbook, Lieblingsoberteil oder ein Buch verzichten. Mit der Zeit packt man auch immer weniger ein und komm dann sogar mit weniger Volumen aus.  Den Daypack gibt es ja auch noch.

Ich selbst reise mittlerweile eher mit einem kleineren Volumen.

 


 

Reiserucksack – mein Begleiter für Wandertouren oder kurze Reisen

 

Etwas teurer kommt nun der Rucksack daher, den ich in Kombination mit meinem faltbaren Daypack auf Wanderreisen mit dabei habe:

 

Rucksack Forclaz 40+ Air*

 

Okay, wo fange ich an. Bevor ich meine erste mehrtägige Wanderung plante recherchierte ich natürlich mal wieder ganz viel. Das kann ich immer gut, mich verrückt machen, bevor ich zum ersten Mal etwas Neues beginne.

Ich hatte nämlich grob zurecht gelegt, was ich mitnehmen wollte, und stellte fest, dass das alles viel zu schwer sein würde. Ich musste lernen, leicht zu packen und deutliche Abstriche zu machen.
Zu diesem Zweck holte ich mir unter Anderem dieses Leichtgewicht von Backpack.

Mit gerade mal 1300g Eigengewicht (inkl. Regenschutz) nähert man sich bereits fleißig dem Ultraleicht-Himmel der Wandererszene an.
Ich kann diesen Rucksack deshalb niemandem empfehlen, der ihn bis oben hin mit Kosmetik, Steinen und kiloschweren Klamotten voll stopfen möchte.

Denn: Gewichtersparnis fällt eben zu Lasten von Komfort. Die Trageriemen und Gurte sind nicht auf Schwergewicht, sondern auf Leichtgewicht ausgelegt (nach meinem persönlichen Empfinden bis ca 10kg Gesamtgewicht noch angenehm).

Für all diejenigen unter euch, die sich auf ihre erste größere Wanderung begeben wollen und dabei möglichst leicht unterwegs sein möchten, kann ich diesen Rucksack aber deutlich empfehlen. Er hat ausreichend Stauraum, wenn auch durch das gebogene Rückenteil ein wenig Platz verloren geht. Es lassen sich eine Trinkblase unter bringen und Wanderstöcke, durch das Netz am Rücken ist auch hier für eine verhältnismäßig gute Belüftung gesorgt.

 

–> Was in den Rucksack dann alles rein passt, das könnt ihr auf meinen Wander-Packlisten nachlesen: Packlisten <–

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.